Afrika: Chinesische Kondome zu klein – Importstopp

Afrika: Chinesische Kondome zu klein – Importstopp

Mehrere afrikanische Staaten haben nach massiven Beschwerden der Konsumenten über zu kleine Kondome aus China einen Importstopp verhängt.

HARARE, NAIROBI, PEKING (fna) – Angesichts dessen, dass in vielen afrikanischen Ländern die Ansteckungsgefahr in Sachen HIV, Hepatitis, Tripper & Co (teils stark) erhöht ist, gibt es dort eine sehr große Nachfrage nach Kondomen. Hauptlieferant der „Verhüterlis“ ist hierbei die Volksrepublik China. Dort produzieren insgesamt rund 300 Unternehmen die Gummi-Überzieher – und davon immerhin etwa drei Milliarden Stück pro Jahr.

Doch dabei gibt es ein Problem: Weil die kommunistische Führung in Peking verhindern möchte, dass die Mitarbeiter in den Kondomfabriken wegen den Kondomgrößen gegenüber den Afrikanern neidisch werden, werden nur die in China üblichen Standardgrößen zur Produktion erlaubt. Das heißt: Bei einer Durchschnittslänge von 11 Zentimetern werden nur Kondome produziert, die auf 7 bis 9, 9 bis 11 und 11 bis 13 Zentimetern ausgelegt sind.

In Simbabwe beispielsweise, wo die Durchschnittslänge bei etwa 15,5 (im Kongo bei 18) Zentimetern liegt, sorgen die aus China importierten Kondome jedoch regelmäßig für Probleme. Gesundheitsminister David Parirenyatwa teilte in Harare während einer Werbeveranstaltung für die Nutzung von Kondomen zur Prävention vor AIDS/HIV in der zimbabwischen Hauptstadt Harare mit: „Die Jugendlichen haben ein jetzt ein spezielles Kondom das sie mögen, aber wir produzieren sie nicht. Wir importieren Kondome aus China und einige Männer beschweren sich, dass sie zu klein sind.“

Afrikaner mit Kondomen. Ob diese wohl passen? Bild: Pixabay

Auch aus anderen afrikanischen Ländern sind zunehmend Beschwerden über die Größe der aus China importierten Kondome zu vernehmen. Ein kenianischer Importeur und Distributor für Sexartikel sagte der Nachrichtenagentur fna: „Ich selbst habe 25 Zentimeter in der Hose. Bei den chinesischen Kondomen reicht das gerade einmal für die Spitze. Das ist unbefriedigend!“ Ein kongolesischer Händler sagte: „Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht ein paar Vulcanizer engagiere, die dann aus zwei Gummis einen machen…“

Nach Absprache mit den Gesundheitsministern anderer afrikanischer Länder hätten Parirenyatwa und seine Amtskollegen nun einen temporären Importstopp für chinesische Kondome verhängt, bis es eine „befriedigende Lösung“ für das Problem gebe. Die bereits im Land befindlichen Gummis wolle man nun in den Grundschulen für den Sexualkundeunterricht verwenden, da sie „ohnehin nur Kindergrößen“ hätten.

Peking selbst reagierte in einer ersten Aussendung bereits auf den Importstopp. Man sei „erstaunt“, dass es „in Sachen Kondomgröße so ein Problem“ gebe. Man habe bereits eine Krisenkonferenz mit den Herstellern einberufen und wolle nun gemeinsam mit den afrikanischen Gesundheitsministerien an den Größen arbeiten. „Da wir jedoch etwa doppelt so viele Rohstoffe für die größeren Kondome brauchen, werden wir wohl auch die Preise etwas anheben müssen“, so der chinesische Handelsminister. Als Entschädigung wolle man den afrikanischen Gesundheitsministern jedoch einen zweiwöchigen Wellness-Urlaub an der Grenze zu Nordkorea spendieren, wo sich die Regierungsmitglieder dann auf Kosten des chinesischen Volkes „von der großartigen Qualität der neuen, größeren Kondome selbst überzeugen können.“

Bild: Pixabay

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