Bayern annuliert Ehen von Nicht-Jungfrauen und verbietet Scheidungen

Bayern annuliert Ehen von Nicht-Jungfrauen und verbietet Scheidungen

Weil Bayern ein christliches Land sei und die Bibel Eheschließungen von Nicht-Jungfrauen verbietet, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun, dass sämtliche solcher Ehen mit 1. Juni ungültig seien. Auch Scheidungen werden unter Berufung auf die Bibel verboten.

MÜNCHEN (fna) – In Bayern macht die CSU ernst. Nach der Verteilung von Kreuzen in sämtlichen öffentlichen Gebäuden kommt nun der nächste Schritt zur Verteidigung der christlich-jüdischen Wurzeln des Abendlandes im südöstlichen deutschen Bundesland: Ministerpräsident Söder will nun auch das Eherecht (wieder) an die „christlichen Standards“ anpassen, die man so „sträflich vernachlässigt“ habe. Diese würden auch für die Angehörigen anderer Religionen gelten, wie dies international „so auch in muslimischen Ländern in Sachen Scharia“ der Fall sei.

Der christsoziale Politiker beruft sich dabei auch auf 3 Mose 21:13-14, wo es heißt: „Eine Jungfrau soll er zum Weibe nehmen; aber keine Witwe noch Verstoßene noch Geschwächte noch Hure, sondern eine Jungfrau seines Volks soll er zum Weibe nehmen“. Gegenüber der Nachrichtenagentur fna sagte der gläubige Katholik: „Die in der Bibel geschriebenen Regeln sind ganz klar und daran gibt es nichts zu rütteln.“ Und wer eine Frau geheiratet hat, die zum Zeitpunkt der Ehe keine Jungfrau mehr war – sofern er selbst sie nicht ihrer Jungfräulichkeit beraubte – habe nun das Recht, „ab 1. Juni die Ehe für ungültig erklären zu lassen, ohne sich scheiden zu müssen.“

Denn wie es bei Matthäus 19:6 heißt, dürfen Ehen nicht geschieden werden: „So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ Laut dem neuen Gesetz, welches der Bayerische Landtag mit den Stimmen der CSU und von 8 der 19 Abgeordneten der „Freien Wähler“ und gegen die Stimmen von SPD und Grünen beschlossen hat, sollen auch frühere Scheidungen die auf bayerischem Freistaatsgebiet vollzogen wurden, wieder für ungültig erklärt werden. „Da etwaige nach einer Scheidung vollzogenen Ehen wegen des Polygamieverbots ohnehin rechtswidrig sind, werden diese einfach annulliert. Bestrafen wollen wir das aber nicht“, so der bayerische Regierungschef weiter.

Allerdings merkt er an, dass die bayerischen Behörden keine Möglichkeit haben, Ehen zu annullieren, in denen kein Beweis (z.B. eine Schwangerschaft oder uneheliche Kinder) dafür existiert, dass die Frau noch niemals zuvor Sex hatte. Dort seien die Behörden des Freistaates darauf angewiesen, dass die hintergangenen Männer dies zur Anzeige bringen. Ein Gang zum Notar sei hierbei ausreichend und ein teures Scheidungsverfahren nicht notwendig.

Auf die Frage, wie er es mit 5 Mose 22:13-21 halte, wonach die Frau gesteinigt werden soll, wenn sie den Mann hinters Licht geführt hat und doch keine Jungfrau mehr war, als sie heirateten, sagte Söder: „Wir haben uns darüber schon Gedanken gemacht. Aber für die Wiedereinführung der Todesstrafe, die dafür nötig wäre, haben wir noch keine Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag. Das soll sich ja bei den kommenden Landtagswahlen ändern.“

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