Geldmangel: Bundeswehr-Soldaten müssen eigenes Klopapier mitbringen

Geldmangel: Bundeswehr-Soldaten müssen eigenes Klopapier mitbringen

Die Geldknappheit bei der Bundeswehr führt dazu, dass die Truppe an der Heimatfront nicht einmal mehr beim Nötigsten ausreichend versorgt wird. Selbst das Klopapier müssen die Soldaten mitbringen.

BERLIN (fna) – Lokalaugenschein in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Wedding. Mangelt es der Bundeswehr wirklich an Geld für Ausrüstung? Wir fragten nach, und zwar bei Oberstabsfeldwebel Horst Wutzke vom Feldjägerregiment 1, welches dort stationiert ist. Dieser wiegelt erst einmal ab.

„Ach, so schlimm ist es nun auch wieder nicht“, so Wutzke. „An die Besenstile als Gewehrattrappen haben wir uns ja schon längst gewöhnt. Zudem war das G36 ja auch nicht das Gelbe vom Ei, nicht wahr?“ Der Unteroffizier verweist uns auf die versammelte Truppe, die auf dem Appellplatz angetreten ist. In Reih und Glied stehen dort mehrere hundert Soldaten, die alle ihre fein säuberlich lackierten Besenstiele in der Hand halten.

Später, als wir auch die Stuben besichtigen, sehen wir überall Kerzen herumstehen. Wir fragen nach, was es damit auf sich hat. Hauptgefreiter Müller erklärt: „Wir müssen Strom sparen, deshalb muss jeder auf der Stube wöchentlich mindestens eine Kerze mitbringen, um nachts Licht zu haben.“ Deshalb seien auch die meisten Steckdosen abgeklebt worden. Pro Stube darf nur noch eine Steckdose verwendet werden, um die notwendigsten Dinge – wie z.B. das Smartphone – mit Strom versorgen zu können.

In den Sanitäranlagen fällt auf, dass dort Klopapierrollen unterschiedlichster Marken gestapelt werden. Auf Nachfrage heißt es, dass dieses von der Bundeswehr derzeit nicht zur Verfügung gestellt werden könne. Obergefreiter Haschmeier drückt es so aus: „Die Order lautet: Wer scheißen geht und sich zu fein ist, den Arsch mit Wasser zu waschen, muss sich sein Klopapier eben selber mitbringen.“ Zudem gebe es im Schützengraben im Krieg ja auch kein Klopapier, da müsse man sich auch nicht anstellen.

Alles in allem kann man sagen: Ja, der Bundeswehr fehlt es an Geld. Doch aus der Not wird eine Tugend und die Soldaten sehen schon jetzt wie es ist, wenn – wie im Kriegsfall – die Versorgung mit diversen Gütern nicht mehr so reibungsfrei funktioniert. Sollten Sie jedoch der Truppe etwas Gutes tun wollen, senden Sie doch an die nächstgelegene Kaserne eine Packung Klopapier. Die Soldaten an der Heimatfront, die nicht raus in den Krieg ziehen können, werden es Ihnen sicherlich danken.

Bild: Flickr / Dirk Vorderstraße CC BY 2.0

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2 thoughts on “Geldmangel: Bundeswehr-Soldaten müssen eigenes Klopapier mitbringen

  1. Ihr seid wirklich gut, gratuliere!

    Ein Beispiel aus der traurigen Realität:
    Bei uns hier in Ungarn müssen Patienten Klopapier, Seife, handtücher etc ins Krankenhaus mitbringen …

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