Macron besser als Merkel: Saarland will nach Frankreich

Macron besser als Merkel: Saarland will nach Frankreich

Zweimal schon mussten die Saarländer über den Anschluss an Deutschland abstimmen – 1935 und 1955. Im Jahr 2020 soll eine weitere Volksabstimmung kommen – diesmal soll der Anschluss an Frankreich erfolgen.

SAARLOUIS (fna) – Das Saarland war lange Zeit zwischen Deutschland und Frankreich umstritten. In den Jahren 1920 und 1945 wurde es jeweils von Deutschland abgetrennt um dann infolge von Volksabstimmungen in den Jahren 1935 und 1955 (vollzogen 1957) wieder zurückzukehren. Doch nun scheint man im kleinsten Flächenland der Bundesrepublik die Nase voll zu haben.

„Macron statt Merkel“, so wird im rund eine Million Einwohner zählenden Land immer wieder skandiert. Für die Saarländer – schelmisch gerne Beutebaguettes genannt – sind mehr als 12 Jahre Merkel mehr als genug. Der französische Präsident erfreut sich bei den Saarländern auch einer deutlich größeren Beliebtheit. Bei der jüngsten Umfrage von SaarPoll stellte es sich heraus, dass ganze 79 Prozent der Befragten (n=666) lieber für Macron als für Merkel gestimmt hätten. Dreizehn Prozent hielten der Bundeskanzlerin die Treue und immerhin acht Prozent fanden, dass das Bier in größeren Gläsern besser schmeckt.

Bei der Floskel „Heim ins Reich“ ist den Saarländern Frankreich eben doch näher als das vergangene Deutsche Reich. Immerhin ist die französische Sprache an den saarländischen Gymnasien auch eine Pflichtfremdsprache und nicht wenige Einwohner sprechen ohnehin perfekt französisch.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) betonte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur fna, dass er zwar Mitglied in Merkels Wahlverein sei, aber auch nur deshalb, „weil ich sonst ja nicht Regierungschef hier geworden wäre.“ Der 40-Jährige bewundert den nur wenige Wochen älteren französischen Präsidenten sehr. „Wir haben einige Gemeinsamkeiten“, befand er, „Wir beide haben eine ältere Frau in unserem Leben, ohne die wir es nie dorthin geschafft hätten, wo wir heute sind.“

Im Landtag soll bald schon eine Diskussion darüber stattfinden, wann die Volksabstimmung denn genau durchgeführt werden soll. Dem Ministerpräsidenten selbst wäre das Jahr 2020 recht, damit bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2022 alles Nötige vorbereitet werden könne – wie zum Beispiel Intensiv-Sprachkurse für Französisch auf breiter Ebene. Dafür wolle man insgesamt 50.000 Französisch-Lehrer engagieren.

Ein erstes Abtasten bei den 51 Abgeordneten habe übrigens nur eine mäßige Mehrheit bei der CDU, eine starke Mehrheit bei der SPD und der Linken, sowie die totale Ablehnung bei der AfD ergeben. Hans hofft, dass er noch genügend Überzeugungsarbeit leisten kann, damit es auch auf politischer Ebene genügend Ja-Stimmen gibt.

Indessen kündigte die AfD an, man wolle eine Klage wegen Landesverrats gegen den Ministerpräsidenten und dessen Unterstützer einbringen. „Wir sind ja grundsätzlich für die Volksabstimmungen, aber nur dann, wenn Deutschland so wieder größer wird. Hier ist allerdings das Gegenteil der Fall“, so der Pressesprecher der AfD-Landtagsfraktion, der am liebsten das Elsass und Lothringen „Heim ins Reich“ holen würde. Zudem würde sich „Alternative für Frankreich“ (AfF) nicht so gut anhören. „Stellen sie sich vor, da sagt jemand ‚Schau mal, die AfFen kommen!‘ wenn wir unseren Stammtisch abhalten.“

Bild: Sputnik / Eigene Bearbeitung

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