50 Milliarden Euro: VW wird an Ford verkauft

50 Milliarden Euro: VW wird an Ford verkauft

Volkswagen ist bald in guten amerikanischen Händen. Nach den Rekord-Strafzahlungen für den Abgasskandal kann Ford Motors den deutschen Automobilkonzern günstig für nur 50 Milliarden Euro kaufen. Der neue Slogan: „Ford – The Volkswagen“.

WOLFSBURG, DEARBORN (fna) – Zuerst war nur von einer „engeren Kooperation“ zwischen dem deutschen Autoriesen Volkswagen und dem US-amerikanischen Autohersteller Ford die Rede, nun sieht das Ganze wohl doch anders aus. Die insgesamt 4,3 Milliarden Dollar, welche der deutsche Autobauer in den USA bezahlen musste und die eine Milliarde Euro an Geldbuße, die von der Staatsanwaltschaft Braunschweig verhängt wurden, drücken wie auch die horrenden Gerichts- und Anwaltskosten auf den Konzern.

Nun könnten die Manager gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mit dem Kauf der Mehrheit der Stamm- und Vorzugsaktien durch Ford Motors wird der Automobilkonzern quasi amerikanisch und hat so nicht nur beim Handelsstreit zwischen den USA und der EU eine bessere Position, sondern auch in Sachen Strafzahlungen durch die US-Justiz. Künftige Geldbußen könnten also deutlich geringer ausfallen.

Wie die Nachrichtenagentur fna in Erfahrung bringen konnte, wird das Land Niedersachsen seinen Anteil von 11,8 auf 5 Prozent verringern, die Porsche Automobil Holding SE senkt ihren Anteil von 30,8 auf 15 Prozent. Weiters übernimmt Ford von der Qatar Holding LLC die ganzen 14,6 Prozent. Von den institutionellen Anlegern im In- und Ausland kauf der US-Autobauer insgesamt weitere 17,5 Prozent. Damit wird Ford 54,7 Prozent der Aktien halten. An Stimmrechten wird das US-Unternehmen insgesamt 50,1 Prozent haben.

Der Deal wird jedoch teuer. Für die knapp 148 Millionen Stammaktien bezahlt Ford 180 Euro pro Stück, also insgesamt 26,6 Milliarden Euro. Für die fast 113 Millionen Vorzugsaktien zahlt das Unternehmen sogar 190 Euro pro Anteil, was weiteren 21,4 Milliarden Euro entspricht. Insgesamt sind dies 48 Milliarden Euro – plus weiteren rund zwei Milliarden Euro für Anwalts-, Bestechungs-, Beratungs- und Gerichtskosten. Doch beim Autobauer aus Dearborn sieht man das auch als große Chance: „Der Spruch ‚Ford kaufen, Ford fahren, fortwerfen‘ funktioniert dann nicht mehr“, so ein Sprecher. Der neue Slogan für die USA laute dann „Ford – The Volkswagen“, um so das Image einen US-Wagen zu fahren mit deutscher Technologie zu verknüpfen. „Für uns ist das einfach exzellent!“

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