Bildungsministerin: Verpflichtende gender-neutrale Schuluniformen für Deutschland

Bildungsministerin: Verpflichtende gender-neutrale Schuluniformen für Deutschland

Die neue Bildungsministerin, Anja Karliczek, will nach britischem Vorbild gender-neutrale Schuluniformen für ganz Deutschland einführen. Die Regelung soll bereits mit dem neuen Schuljahr gültig sein.

BERLIN (fna) – Der Markenwahn und damit auch verbunden die Ausgrenzung von Schülern aus ärmeren Familien stoßen der neuen Bildungsministerin, Anja Karliczek (CDU), schon lange sauer auf. Aus diesem Grund sollen mit dem neuen Schuljahr Schuluniformen an allen deutschen Schulen pflicht werden. Um dabei auch die Transgender-Kinder zu schützen, sollen diese nach britischem Vorbild „gender-neutral“ gestaltet werden.

„Wer kennt das nicht“, so Karliczek, „Hänseleien auf den Schulhöfen, weil man entweder keine Markenkleidung trägt oder weil Transgender-Kinder eine andere Kleidung tragen als erwartet.“ Deshalb, so die CDU-Politikerin, soll es mit dem neuen Schuljahr 2018/2019 in ganz Deutschland verpflichtend sein, an den Schulen Uniformen zu tragen. „Unsere Kommission, bei der wir auch Vertreter der Opposition hatten, kam zum Schluss, dass wir prinzipiell auf Röcke setzen“, sagte Karliczek der Nachrichtenagentur fna.

Einerseits lehre so jede Schule mit eigenen Farben ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter allen Schülern, andererseits werden so auch Geschlechtsunterschiede minimiert. „Ich finde, Röcke stehen jedem“, so die Bildungsministerin. „Und wer sagt, diese seien unmännlich, soll sich doch nur einmal die Kilts der Schotten ansehen.“ Doch die Pflicht zum tragen von Unterwäsche soll ebenfalls kommen, „weil wir ja keine Schotten sind, oder?“

Die Lehrerverbände begrüßen diesen Schritt in einer Aussendung und bezeichnen diesen als „längst überfällig“. Man habe in den vergangenen Jahren eine zunehmende Gewaltbereitschaft in den Klassenzimmern und Pausenhöfen festgestellt und hoffe, dass die Einführung gender-neutraler Schuluniformen dazu beitrage, „die maskuline Aggressivität zu dämpfen.“

Bereits in den kommenden Wochen wollen die einzelnen Schulen den Erziehungsberechtigten ihrer Schüler eine entsprechende Information zukommen lassen, inklusive Informationen darüber, wo sie die neuen Schuluniformen bestellen können. In Zusammenarbeit mit dem Bundessozialministerium wurde beschlossen, dass Hartz-IV-Empfänger lediglich einen Selbstbehalt von zehn Euro pro Uniform tragen müssen, die restlichen Kosten werden nach Vorlage der bezahlten Rechnung von den Jobcentern erstattet.

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