Draghi: „Der Euro ist gescheitert, der Dollar ist die Hoffnung Europas“

Draghi: „Der Euro ist gescheitert, der Dollar ist die Hoffnung Europas“

EZB-Direktor Mario Draghi, ließ bei einer Pressekonferenz eine unerwartete Bombe platzen. Den anwesenden Gouverneuren der Nationalbanken offenbarte er, dass der Euro endgültig gescheitert sei. Zugleich forderte er dazu auf, den US-Dollar, der ohnehin Weltleitwährung sei, als offizielles Zahlungsmittel in der Europäischen Union anzuerkennen.

FRANKFURT (fna) – Kaum zu glauben, aber die Eurozone könnte bald Geschichte sein. Denn wenn es nach dem Ex-Goldman Sachs-Banker Mario Draghi geht, welcher der EZB seit dem Jahr 2011 vorsitzt, soll der Euro bald dem US-Dollar weichen. Aber wie kam es gar so plötzlich dazu? So plötzlich kam das nicht, denn: man wusste von Anfang an, dass der Euro auf Dauer nicht überlebensfähig sei. „Der Grund dafür, dass diese Währung scheitern musste, lag bereits in der Gründung der Europäischen Einheitswährung“, sagte der EZB-Chef auf Anfrage der Nachrichtenagentur fna.

Der EZB-Chef führt weiters aus: „Die Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008, ausgelöst durch die amerikanische Hypothekenkrise, war nie wirklich überwunden. Eigentlich ist sie unüberwindbar, Schuld daran ist die Konstruktion des Eurogeflechts“, so Draghi. Nachdem sich augenscheinlich die Situation in den letzten Jahren gebessert hatte, soll sich die nächste Krise schon nähern. Laut Draghi wird diese wieder die leidgeprüften Südstaaten treffen – allen voran Italien, welches den Bankensektor noch nicht „rettete“, sowie zusätzlich Frankreich mit hohen Risiken im Finanzsektor Um der Krise zuvorzukommen, soll der Euro nun rasch abgewickelt werden.

Draghi soll in der Nacht vor der Pressekonferenz mit Eurogruppenchef Mario Centano und Währungskommissar Pierre Moskovici lange verhandelt haben. Am Ende dieser langen und schweren Nacht, mussten sich die „drei tapferen Musketiere“ eingestehen, dass der Euro am besten so rasch wie möglich abgewickelt werden soll. „Bevor noch mehr Schaden angerichtet wird, liquidieren wir den Euro“, so Draghi.

Auch wurde bereits ein Treffen mit dem amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin vereinbart, um den weiteren Fahrplan abzustimmen. Doch zu allererst soll mit allen Eurostaaten verhandelt werden, möglicherweise dürften sich nicht alle dem Dollar anschließen wollen.

Positive Signale kommen hingegen aus Deutschland, welches sich offenbar auf den Dollar freut, wie man schon aus dem Bundesfinanzministerium vernehmen kann. Finanzminister Olaf Scholz (SPD): „Über viele Jahrzehnte konnten wir die transatlantischen Beziehungen stets vertiefen. Wenn wir den Euro in den Dollar umtauschen, ist das das höchste Gut welches wir mit den amerikanischen Bürgern teilen. Noch heute haben wir Tausende Soldaten in der Bundesrepublik stationiert, für diese wird das Bezahlen mit dem Dollar dadurch viel einfacher.“ Auch würde das Währungsrisiko „mit unserem wichtigen Handelspartner“ wegfallen, so der SPD-Politiker, „und der deutschen Wirtschaft massiven Auftrieb bringen.“

Ein weiterer positiver Effekt könnte sich durch die Integration des Dollars in die Europäische Union einstellen. Die jüngst von den USA beschlossenen Strafzölle die sich gegen die deutsche Autoindustrie richteten, würden so nicht schlagend werden. Führende Transatlantiker sprechen bereits davon, so einen großen gemeinsamen Wirtschaftsraum aus NAFTA und EU aufbauen zu können, dem dann auch eine politische Union folgen könnte.

Bild: Flickr.com / ECB Press Conference CC BY-NC-ND 2.0

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