Giffey: „Na dann tragen eben alle Burkini“

Giffey: „Na dann tragen eben alle Burkini“

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will muslimische Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen lassen. Zur Not müssten eben alle Schülerinnen und Schüler einen Burkini tragen, um so auch sexuelle Übergriffe zu verhindern.

BERLIN (fna) – Das Wohl der Kinder steht für Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) an erster Stelle, „und das heißt nun mal, dass alle Schwimmen lernen“, so die Politikerin auf einer Veranstaltung der „Zeit“. Deshalb könne man allen Mädchen auch ruhig einen Burkini verpassen. Immerhin habe der Europäische Menschenrechtsgerichtshof festgestellt, dass muslimische Eltern ihre Töchter nicht vom Schwimmunterricht fernthalten dürfen.

Es sei ihrer Ansicht nach völlig vertretbar, wenn Schulen die Teilnahme am Schwimmunterricht förderten, indem sie Burkinis ausgeben, erklärte Giffey. Wichtig sei nur, dass der Bildungsauftrag im Vordergrund stehe und die Sache „nicht hochstilisiert wird zum Untergang des Abendlandes“. Immerhin habe der Burkini – wenngleich auch in einer anderen Form – in Europa Tradition. „Früher ging man auch mit der gesamten Kleidung ins Wasser schwimmen, da braucht man gar kein Tamtam darum machen.“

Um es den muslimischen Mädchen zu erleichtern, sollen am besten auch nichtmuslimische Schülerinnen solche Kleidungsstücke während des Schwimmunterrichts tragen, „weil dies auch die Integration deutlich erleichtert“, so die Sozialdemokratin zur Nachrichtenagentur fna. Damit werde auch verhindert, dass es aufgrund der freizügigen Kleidung zu sexuellen Übergriffen durch Testosteron-geladene junge Männer komme, „die sich beim Anblick weiblicher Kurven nicht mehr beherrschen können.“

Allerdings will sie auch die männlichen Schüler in einen Ganzkörper-Badeanzug stecken. „Es ist für Muslimas immerhin auch Tabu, nackte männliche Oberkörper zu sehen. Dem müssen wir dabei auch Rechnung tragen“, erklärt sie. Vielleicht, so die SPD-Politikerin, wäre eine Ganzkörper-Bedeckungspflicht in Schwimm- und Hallenbädern, sowie an öffentlichen Stränden durchaus interessant, so Giffey weiter. „Damit könnte man viel Konfliktpotential aus dem Weg schaffen.“

Bild: Al Jazeera

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