Insektensterben: Umweltministerium will handeln

Insektensterben: Umweltministerium will handeln

Weil der Insektenbestand massiv zurückgeht, will das Umweltministerium handeln und mehrere Milliarden dieser kleinen Tierchen aus Afrika importieren.

BERLIN (fna) – Insgesamt 8.000 Insektenarten werden in Deutschland auf einer Roten Liste bewertet. 42 Prozent davon gelten mittlerweile als bestandsgefährdet, extrem selten, bereits ausgestorben oder verschollen, schreiben die Experten des Bundesamtes für Naturschutz in dem Bericht, der am Mittwoch auf der Umweltministerkonferenz der Länder in Bremen vorgelegt werden soll, wie die Funke-Medien berichten.

Als Hauptursache für das große Insektensterben gilt der Verlust von Lebensräumen, aber auch Pflanzengifte (wie das Monsanto-Herbizid Glyphosat, welches erneut zugelassen wurde) und diverse Schadstoffe haben eine negative Auswirkung auf den Insektenbestand in Deutschland. Dem will man nun mit neuen Maßnahmen seitens des Bundesumweltministeriums entgegenwirken.

Bundesumweltministerin Svenja Schulte (SPD) betonte gegenüber der Nachrichtenagentur fna, dass man nur mit einem großangelegten Import von jenen Insekten darauf reagieren kann, die auch den widrigen Bedingungen in Deutschland standhalten können. „Ich denke da an Wanderameisen, Termiten, Moskitos und Wanderheuschrecken“, so die Ministerin. Diese hätten auch die Möglichkeit, neue Lebensräume zu suchen, wenn es am angestammten Platz zu eng werde. Deshalb sei man schon mit den Regierungen diverser afrikanischer Staaten im Gespräch, um so ganze solcher Insektenvölker per Flugzeug nach Deutschland zu bringen, wo man sie dann im gesamten Bundesgebiet verteilen wolle. „Wir sprechen von jährlich bis zu zehn Milliarden Insekten in den nächsten fünf Jahren“, so Schulte.

„Wir dürfen die Augen vor den dramatischen Auswirkungen des Insektensterbens nicht verschließen“, so ein Sprecher des Natur- und Umweltschutzbundes (NABU). Denn: „Ohne die ganzen Insekten fällt das gesamte Ökosystem in sich zusammen. Man denke an die ganzen Vögel und Fische, die auf diese Nahrung angewiesen sind. Ohne Insekten gibt es auch diese Tiere nicht mehr.“

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