Neuer Food-Trend: Lithianismus

Neuer Food-Trend: Lithianismus

Weil Pflanzen genauso wie Tiere empfindungsfähige Wesen sind, sorgt ein neuer Ernährungstrend für Furore: Lithianismus. Die Anhänger dieser Ernährungsform ernähren sich fast nur noch von anorganischen Materialien, wie Steinen und Sand.

SEATTLE (fna) – Wer kennt sie nicht, die Vegetarier und Veganer, die zumeist aus Gründen des Tierwohls auf Fleisch bzw. tierische Produkte allgemein verzichten. Doch diese von manchen Menschen schon als „radikal“ betrachtete Gruppe kann jenen Leuten nicht das Wasser reichen, die vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika neue Maßstäbe in Sachen umweltbewusster Ernährung setzen – den Linthianern.

Hank Swanson (34) aus Seattle, der früher Veganer war, gehört zu den Mitbegründern dieser Ernährungsphilosophie und ernährt sich nun bereits seit fast einem Jahr lithianisch – wenngleich er auch die Ernährung schrittweise umstellte. Von anfangs zehn Prozent der Ernährung auf nunmehr bereits mehr als achzig Prozent. Mehr sei schwierig, weil der menschliche Körper ja doch auch Vitamine brauche, die er sich vor allem aus Nahrungsmittelergänzungspillen hole. Die Kohlenhydrate könne er aus bereits totem pflanzlichen Material gewinnen, „zum Beispiel aus dem Herbstlaub oder vom Wind abgebrochene Zweige von Bäumen.“

Gegenüber der Nachrichtenagentur fna sagte er: „Seit hunderttausenden von Jahren breitet sich der Mensch nun auf der Welt aus und sorgt mit seinen Ernährungsgewohnheiten für die genozidale Dezimierung von Flora und Fauna. Dem wollen wir ein Ende setzen.“ Er und seine Gruppe, sie sind derzeit schon fast hundert Menschen quer durch die USA und auch Kanada, wollen das ändern.

„Vegetarier und Veganer sind doch auch nicht besser als die Carnivoren“, so Jessica DuPont (37), die sich Swansons Gruppe angeschlossen hat und zuvor Vegetarierin war. „Die Ernährungsumstellung braucht Zeit“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Ideal seien monatliche Fünf-Prozent-Schritte, sagt sie. „Im ersten Monat nimmt man fünf Prozent der gesamten Ernährung lithian auf, im zweiten Monat dann zehn Prozent, im dritten dann fünfzehn Prozent und immer so weiter“, erklärt DuPont. So könne sich der menschliche Körper langsam darauf einstellen. Sie ist seit knapp einem halben Jahr dabei und derzeit schon bei 25 Prozent lithianem Anteil.

Die beiden hoffen, dass sich noch mehr Menschen weltweit der neuen Ernährungsphilosophie anschließen. „Denken Sie nur einmal daran, wie wir so auch die ganzen Hungersnöte beenden können“, sagt Swanson, der bereits in wenigen Monaten nach Afrika reisen will, um den Menschen dort die lithiane Ernährungsweise schmackhaft machen will. „Ich bin überzeugt, dass wir die Welt revolutionieren können“, zeigt sich DuPont überzeugt, während sie einen Brei aus Wasser, Flusssand und etwas Walderde zubereitet, in dem Sägemehl einer Kiefer und zermahlene trockene Eichenblätter die geschmackliche Note geben.

Share this post

Post Comment