Schluss mit Profitgier: Nestlé wird gemeinnützige Organisation

Schluss mit Profitgier: Nestlé wird gemeinnützige Organisation

Das schlechte Image von Ausbeutung, Naturzerstörung und Profitgier hat dem schweizerischen Konzern Nestlé viele Probleme gebracht. Nun soll aus der Aktiengesellschaft eine gemeinnützige NGO werden.

BERN (fna) – Der in der Schweiz ansäßige Lebensmittelkonzern Nestlé schaffte es in den vergangenen Jahren immer wieder mit negativen Schlagzeilen in die Medien. Dutzende Dokumentationen zeigen auf, wie das Unternehmen (wie diverse Getränkekonzerne auch) das Grundwasser in vielen Gegenden für kleines Geld anzapft, den Grundwasserspiegel dadurch massiv senkt und das in Flaschen abgefüllte Wasser dann extrem teuer verkauft.

Auch sonst gibt es immer wieder Negativschlagzeilen, wie letztens mit dem Zulieferer, der großflächig Urwald für Palmölplantagen abholzen ließ oder auch der Druck auf Mütter in der dritten Welt, anstelle ihre Babies zu säugen doch die teure Babymilch zu kaufen, bei der man mehr als dreißig Prozent Profit macht. Doch in der Konzernzentrale scheinen die ganzen negativen Meldungen und der wachsende Widerstand der Menschen gegen diese Unternehmenspolitik Wirkung zu zeigen. „Wir werden aus der Aktiengesellschaft eine Stiftung mit gemeinnütziger Aufgabe machen“, erklärt Konzernchef Peter Brabeck.

„Nach all der Aufregung haben wir bereits auf unserer Webseite klargemacht, dass der Zugang zu Wasser ein grundlegendes Menschenrecht ist“, erklärt er der Nachrichtenagentur fna, „Deshalb werden wir uns in Zukunft dafür einsetzen, dass überall dort, wo Nestlé aktiv ist, auch genügend Wasser für die Menschen vor Ort vorhanden sein wird.“

Auch sonst will man sich vom Gewinnstreben weitestgehend verabschieden. „Ziel ist es zwar weiterhin, schwarze Zahlen zu schreiben“, so Brabeck, „aber diese Gewinne werden wir in die Produktion von gesundem und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln investieren.“ Man wolle künftig möglichst stark auf Chemie in den von Nestlé produzierten Nahrungsmitteln verzichten und stattdessen „möglichst gesunde, naturbelassene Nahrung anbieten.“ So wie bisher, könne und wolle man nicht mehr weitermachen.

„Wir haben unsere Wirtschaftsmacht bisher immer wieder dafür benutzt, lokale und regionale Behörden zu nötigen, damit wir umfangreiche Profite machen können“, beklagt er, „damit ist nun Schluss. Wir werden Wiedergutmachung leisten und uns für eine bessere Welt einsetzen.“ Er hoffe, dass andere Konzerne wie z.B. Unilever oder Coca Cola nachziehen und es Nestlé gleichtun werden.

Bild: Screenshot Youtube

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