Halal für alle

Halal für alle

Angesichts des wachsenden Anteils an Muslimen in Europa haben die großen Lebensmittelkonzerne beschlossen, künftig nur noch Halal-Produkte anzubieten. „An uns kommt man ohnehin nicht mehr vorbei.“

BRÜSSEL (fna) – In Europa gibt es einen Trend bei der demographischen Entwicklung, vor dem die großen Lebensmittelkonzerne wie Nestlé, Unilever, Mondelez oder Danone ihre Augen nicht verschließen können: der Anteil der Muslime wächst immer weiter an. Hierbei handelt es sich um eine zunehmend kaufkräftige Bevölkerungsgruppe, die sich auch entsprechend ihrer religiösen Vorschriften ernähren wollen.

„Die Rechnung ist ganz einfach“, so ein Sprecher von Nestlé, zu dessen Marken auch Maggi gehört, „Nicht-Muslimen tut es nicht weh, wenn sie Halal-Produkte zu sich nehmen, während die Muslime keine Nahrung essen dürfen, die nicht als halal gelten.“ Deshalb habe man – wie schon in vielen anderen Teilen der Welt – damit begonnen, immer mehr der eigenen Produkte auf halal umzustellen. „Selbst unser Kaffee ist halal, da unser Betriebsimam bei der Schächtung der Bohnen sein Gebet spricht“, erklärt er.

Auch bei Unilever geht man diesen Weg. „Egal ob unsere Gulasch-Soße, unsere Käse-Soße oder auch unsere Soße für Schweinsbraten – wir stellen alles auf halal um“, so ein Knorr-Sprecher. Geschmacklich sei ohnehin kein Unterschied zu erkennen und „wir gewährleisten natürlich unsere gewohnt hohe Qualität zu sehr guten Preisen.“ Man müsse eben der Realität ins Auge sehen.

Vor empörten Reaktionen aus dem rechten politischen Lager fürchten sich die Konzerne nicht. „Was wollen die Leute machen? Angesichts unserer Marktmacht kommen sie doch ohnehin nicht mehr an uns vorbei“, so ein Sprecher von Mondelez. „Wir ganz großen Konzerne dominieren weite Teile des Nahrungsmittelmarktes, da werden sie schon sehen, was ihnen bei einem Boykott noch auf dem Teller bleibt.“

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