Nachschubprobleme: Babyöl-Hersteller meldet Konkurs an

Nachschubprobleme: Babyöl-Hersteller meldet Konkurs an

Der Geburtenmangel in Europa macht sich auch in der Wirtschaft bemerkbar. Ein namhafter Babyöl-Hersteller meldet nun Konkurs an, weil er nicht mehr genügend Babies für die Ölproduktion bekommt.

FRANKFURT (fna) – Die Babyboomer-Generation hat das Familienunternehmen groß gemacht, doch infolge des anhaltenden Geburtenmangels, meldet der Babyöl-Hersteller Schnittke nun Konkurs an. „Der Markt ist überlaufen und tot“, so Geschäftsführer Hans Schnittke. „Früher, während der Babyboomer-Jahre, haben wir monatlich noch im Schnitt 1.200 Babies zur Ölgewinnung bekommen, heute sind es nicht einmal mehr 300.“

Aus den früher noch rund 5.000 Kilogramm an Babies im Monat konnte Schnittke noch rund 750 Liter an purem Babyöl gewinnen, welches dann aufgearbeitet etwa 75.000 Liter an parfümiertem und verwendungsfähigem Babyöl für den Handel bedeutete. Inzwischen sind es nur noch rund ein Viertel davon. „Wir mussten schon während der letzten zwanzig Jahre etwa zwei Drittel unserer Belegschaft abbauen, aber jetzt geht es einfach nicht mehr“, so Schnittke zur Nachrichtenagentu fna.

Er wollte schon Babies aus Afrika importieren, welche nicht nur im Überfluss vorhanden seien, sondern dazu auch deutlich billiger seien als europäische Säuglinge, doch leider habe ihm die EU mit sehr hohen Auflagen in Sachen Gesundheitstests und Qualitätskontrollen einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Dabei war das unsere letzte Hoffnung, mit unseren altbewährten Qualitätsprodukten weiterhin bei unseren Kunden punkten zu können“, erklärt der Unternehmer.

Er hatte schon überlegt, nicht vielleicht auf Seniorenöl umzusteigen, zumal die demographische Entwicklung dafür eigentlich passen würde, „doch unsere Testreihen während der letzten fünf Jahre waren einfach nicht zufriedenstellend.“ Schnittke: „Aus hundert Senioren, also im Schnitt 6.000 Kilogramm an Rohmaterial, bekommen wir nur etwa 300 Liter an purem Seniorenöl heraus. Doch der Verarbeitungsprozess bis zum verkaufsfähigen Endprodukt ist so arbeits- und energieintensiv, dass wir für den Markt einfach zu teuer wären.“ Deshalb habe er nun den Konkurs angemeldet. Insgesamt sind achzig Arbeitnehmer davon betroffen, die Passiva belaufen sich auf 7,4 Millionen Euro.

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