Nie wieder zu spät: EU-Kommission will Zeit abschaffen

Nie wieder zu spät: EU-Kommission will Zeit abschaffen

Ursprünglich wollte die EU-Kommission eine Befragung der Europäer über die Sommerzeit durchführen. Ein neuer Vorstoß lautet dahingehend, gleich die Uhrzeit völlig abzuschaffen.

BRÜSSEL (fna) – Seit Jahren schon gibt es die Diskussion um die Sinnhaftigkeit der Sommerzeit, welche in Deutschland aus Gründen der angeblichen Energieeinsparung im Jahr 1980 eingeführt wurde. Die Umstellung der Zeit in der EU wurde seit 2002 einheitlich geregelt. Demnach werden seitdem die Uhren am letzten Sonntag im März vor- und am letzten Sonntag im Oktober jeweils um eine Stunde wieder zurückgestellt. 

Da aber die Energiespareffekte minimal seien, die negativen Auswirkungen auf dem Biorhythmus auf Tier und Mensch größer sind als zunächst angenommen, wollte die EU-Kommission eine Online-Befragung durchführen, um zu erheben ob sich eine große Zahl der EU-Bürger, Unternehmer und Verbände findet, die gegen die Sommerzeitregelung ist und welche Zeit sie sich stattdessen wünschen würden.

Nun hat aber die für den Verkehr – und offensichtlich auch für die Zeit – zuständige EU-Kommissarin, Violeta Bulc, den Vogel abgeschossen, denn sie sei für die völlige Abschaffung der Zeit, wie sie der Nachrichtenagentur „fna“ in einem Interview verriet: „Ach wissen sie, mich nervt es schon mein halbes Leben lang immer diese Termine einhalten zu müssen, das kann man sicher anders und besser lösen.“ Die Zeit würde uns Menschen nur die Freiheit nehmen, profitieren würde schlussendlich nur die Wirtschaft von unserer Zeit, die wir für sie (die Wirtschaft) opfern würden.

Ein interessanter Ansatz, aber woran sollten wir uns den orientieren? „Man wird ja wohl noch Tag und Nacht unterscheiden können. Bei Licht da geht man arbeiten und bei Dunkelheit legt man sich ins Bett. Das ist doch ziemlich einfach. Da braucht es keine Vorgabe“, so die EU-Kommissarin. Außerdem sei es in Zeiten von Diversität nötig auch dieses starre Zeit-Thema endlich aufzubrechen.Egal ob nun Uhrzeit oder auch in Form von Kalendern und Datumsangaben.

„Zeit ist etwas Ewiggestriges, es ist daher auch nicht mehr ‚zeitgemäß‘ von Zeit zu reden. Die extreme Rechte würde die Zeit missbrauchen. Daher ist es erforderlich, neue Formen und Einheiten zu finden. Die Zeit darf nicht mehr länger instrumentalisiert werden“, so Bulc abschließend.

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