Brauerei bankrott: Hunderte Suizide in Bayern

Brauerei bankrott: Hunderte Suizide in Bayern

Weil eine kleinere bayerische Brauerei in Konkurs ging, stieg in der Region die Zahl der Suizide massiv an. „Bevor ich Oettinger trinken muss, häng ich mich lieber auf“, so einer von ihnen im Abschiedsbrief.

NÜRNBERG (fna) – Während die Menschen in anderen Regionen Deutschlands zumeist nicht so wählerisch sind, was die Biermarke betrifft, sondern eher auf den Preis achten um billig abjunckern zu können und dem Ischias zu fröhnen, gehört in vielen Gegenden Bayerns die getrunkene Biermarke zur kulturellen Identität der Menschen. Das führte nun dazu, dass nach dem Konkurs der Dischlbacher Brauerei bei Nürnberg das Elend groß ist.

Innerhalb von nur sechs Monaten gab es in der Region bereits 878 Suizide, während es ansonsten nur um die 80 pro Jahr sind. Damit hat sich die Suizidrate faktisch verzwanzigfacht. Eine Untersuchung durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales ergab, dass der Konkurs dieser Brauerei für den rapiden Anstieg der Selbsttötungen in der Region verantwortlich ist.

„In den Abschiedsbriefen wurde der Verlust des oftmals seit Jahrzehnten tagtäglich getrunkenen Bieres beklagt“, so ein Ministeriumssprecher zur Nachrichtenagentur fna. „So schrieb einer in seinem Abschiedsbrief, dass er sich lieber erhänge als jemals Oettinger trinken zu müssen, ein anderer hat sich laut seinem Schreiben durch mehrere Biermarken gejunckert und dann festgestellt, dass es nicht dasselbe ist und sich dann mit seiner Flinte erschossen.“ Immer und immer wieder habe man solche Briefe vorgefunden.

Maresi F. aus Schwabach, die so ihren Mann verloren hat, sagt: „Wenn wir in den Urlaub fuhren, hat mein Mann Franz immer kistenweise Dischlbacher Weiße mitgenommen. Und wenn keines mehr da war, hat er lieber Wasser getrunken und das, obwohl er immer sagte, Wasser sei nur zum waschen da.“ Ihr Gatte habe zwar nach bekanntwerden des Konkurses noch fast vierzig Kisten des Bieres gekauft, aber bereits nach einem Monat seien die Reserven aufgebraucht gewesen. „Dabei war er wirklich sparsam im Konsum“, erklärt seine Witwe. Aber irgendwann habe er es nicht mehr ertragen sein Bier trinken zu können und sei dann hinter einen Zug gesprungen, wo er sich dann das Genick gebrochen habe.

Der Ehemann von Franziska W. aus Fürth habe versucht sich selbst zu betrügen, „indem er einfach andere Biere in sein Dischlbacher-Bierglas füllte.“ Doch dies habe nicht wirklich funktioniert, erklärt seine nunmehrige Witwe. „Selbst wenn er das Bier dann mit Schnaps verdünnte, hat er sich immer über den Geschmack beschwert“, erinnert sie sich. Bereits zwei Monate nach dem Konkurs der Brauerei habe er sich dann an der Badezimmertüre erhängt.

Als Reaktion darauf hat man in der Bayerischen Staatskanzlei beschlossen, künftig Rettungspakete für vom Konkurs bedrohte Brauereien zu schnüren und diese gegebenenfalls sogar aufzukaufen und selbst zu betreiben. „Bier ist ein Bestandteil unserer Kultur und ein wichtiges Lebensmittel“, so ein Sprecher der Staatskanzlei, „weshalb wir solche Härtefälle in Zukunft vermeiden wollen.“

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