Lira-Krise: Türkei führt den Euro ein

Lira-Krise: Türkei führt den Euro ein

Weil ein wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenbruch der Türkei auch die EU hart treffen würde, darf das Land den Euro als offizielle Währung einführen.

BRÜSSEL, FRANKFURT, ANKARA (fna) – Der Lira-Verfall bringt die Türkei in große Schwierigkeiten. Doch das westasiatische Land ist aus Sicht Brüssels „too big to fail“, weshalb bei Geheimverhandlungen zwischen der türkischen Regierung, der türkischen Zentralbank, der EU-Kommission und der EZB beschlossen wurde, die Türkei mit 1. Januar 2019 in die Europäische Währungsunion aufzunehmen. Damit wird mit dem kommenden Jahr der Euro zum amtlichen Zahlungsmittel in der Türkei.

„Wir können die Türkei nicht fallenlassen“, so EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Zwar habe er sich bereits mit – Dank des günstigen Wechselkurses nun sehr billigen – türkischem Raki eingedeckt, doch er befürchtet mit dem finanziellen Zusammenbruch auch massive negative Auswirkungen auf die Europäische Union. „Die europäischen Banken stecken zu tief drin“, erklärt er, „zudem würde eine neue Flüchtlingswelle nur die Populisten stärken und die Europawahl 2019 zu einer Katastrophe machen.

„Die Türkei erfüllt die Maastrichter Kritierien zu weiten Teilen“, erklärt ein EZB-Sprecher der Nachrichtenagentur fna. So liege die Staatsverschuldung mit rund 28 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei nur der Hälfte der geforderten maximalen 60 Prozent, „aber auch wenn das Haushaltsdefizit derzeit aufgrund der widrigen Umstände etwas höher ist, so wird selbst in diesem Jahr die Marke von drei Prozent wohl nur knapp überschritten.“ Zwar sei die Inflationsrate derzeit zu hoch, „doch mit der Euro-Einführung wird sich diese rasch normalisieren.“

In Ankara sieht man die Verhandlungsergebnisse positiv. „Auch Ecuador hat den US-Dollar als Zahlungsmittel übernommen, was zu einer wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes beitrug“, so der türkische Zentralbankpräsident Murat Çetinkaya, dem nun auch ein Spitzenposten bei der EZB in Frankfurt winkt. „Wir gehen davon aus, dass das auch in der Türkei mit der Einführung des Euro der Fall sein wird.“

Inzwischen soll bereits eine Ausschreibung für das Design der neuen türkischen Euromünzen vorbereitet werden. „Wir wollen möglichst authentische Euromünzen haben, die auch die türkische Kultur repräsentieren“, erklärt Çetinkaya. „Natürlich wäre auch ein Konterfei von Präsident Recep Tayyip Erdogan möglich“, ergänzt er, nachdem ihn die türkischen Sicherheitsbeamten streng anblicken. Eine erste Einsendung soll jedoch schon eingegangen sein:

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One thought on “Lira-Krise: Türkei führt den Euro ein

  1. Was soll das denn nun wieder, die Türkei ist kein Mitglied der EU da sie die Erfordernisse , Wertvorstellungen, bei weitem nicht erfüllt. Die Beitrittsverhandlungen sind eingefroren , oder wird da etwa heimlich, ohne die Bürger der EU Staaten zu informieren, doch weiter mit der Türkei verhandelt um sie doch, gegen den erklärten Willen der Bürger, sie doch heimlich aufzunehmen ?
    Zutrauen würde ich es Junker, Merkel & co. das schon.

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