Religiös verfolgt: EU will 5 Millionen Uiguren aus China aufnehmen

Religiös verfolgt: EU will 5 Millionen Uiguren aus China aufnehmen

Das Motto „Wir schaffen das“ hat nun auch Brüssel erreicht. Angesichts der Internierungs- und Umerziehungslager für muslimische Uiguren in China hat die EU beschlossen, fünf Millionen von ihnen nach Europa umzusiedeln.

BRÜSSEL, PEKING (fna) – In der Volksrepublik China gilt das muslimische Turkvolk der Uiguren als unbequeme Minderheit mit separatistischen Avancen. Um ihnen die religiösen Flausen aus dem Kopf zu treiben, werden Millionen von ihnen in Internierungs- und Umerziehungslagern zu guten, braven atheistischen Kommunisten erzogen die wissen, dass Religion ohnehin nur Opium fürs Volk und damit schädlich ist.

In der Europäischen Union sieht man das Ganze kritisch. Kommissionschef Jean-Claude Juncker betonte gegenüber der Nachrichtenagentur fna: „Wir dürfen die Augen vor dem Leid der Uiguren nicht verschließen.“ Da man China nicht einfach so mit Bomben und Granaten „auf den Weg von Freiheit und Demokratie“ schießen könne, müsse man eben auch „die Umsiedlung von rund fünf Millionen Uiguren nach Europa in Betracht ziehen.“

Christos Stylianides, EU-Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenschutz, betonte: „Wir haben mehr als 512 Millionen Einwohner in der Union, da können wir auch fünf Millionen Uiguren aufnehmen. Das entspricht gerade einmal einem Prozent unserer Bevölkerung.“ Dementsprechend soll jedes EU-Mitglied auch mindestens so viele Uiguren aufnehmen, wie es ein Hundertstel der Bevölkerung hat. Das heißt, Deutschland würde so rund 830.000 Menschen aufnehmen, Österreich beispielsweise rund 88.000.

Wang Ying, Sprecher des Chinesischen Volksrats für Minderheitenangelegenheiten, sagte hinblicklich der europäischen Überlegungen zur fna: „Einerseits sind wir natürlich nicht glücklich darüber, wenn uns so viele unserer Staatsbürger verlassen würden, andererseits jedoch könnten wir uns so auch viel Geld für die Bildungs- und Besserungsmaßnahmen sparen.“ Peking wäre sogar dazu bereit, über die Schienenwege der Neuen Seidenstraße die Asyl erhaltenden Uiguren direkt nach Europa zu schicken, so der chinesische Beamte weiter.

Federica Mogherini betonte, dass dies die Beziehungen zwischen der EU und China „massiv verbessern“ könne. Europa habe gerade seit 2015 bewiesen, „dass es eine gewaltige integrative Kraft besitzt, die wir natürlich auch der verfolgten religiösen Minderheit der Uiguren zugute kommt.“ In Europa habe man im Gegensatz zu China Respekt vor religiösen und ethnischen Minderheiten und zeige auch Toleranz, so die EU-Außenbeauftragte.

Bild: Wikimedia / Todenhoff CC BY-SA 2.0

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