Nach Bayern-Debakel: Bundes-SPD verstößt Bayern-SPD

Nach Bayern-Debakel: Bundes-SPD verstößt Bayern-SPD

Die SPD habe den Anspruch eine Volkspartei zu sein, so Parteichefin Andrea Nahles. Mit unter zehn Prozent der Stimmen habe der Landesverband in Bayern versagt und müsse sich verabschieden. Um den Abwärtstrend zu stoppen will man die Partei nun umbenennen.

MÜNCHEN, BERLIN (fna) – Für Andrea Nahles ist klar: Schuld am schlechten Abschneiden der SPD in Bayern ist nur der bayerische Landesverband selbst. „Wir in Berlin machen eine gute Politik, die auch bei den Wählern ankommt“, so die Parteichefin zur Nachrichtenagentur fna, „aber ein Landesverband der keine zehn Prozent mehr zusammenbringt, ist für uns ein Klotz am Bein.“

Immerhin, so Nahles, habe die SPD „den Anspruch, bei den Bundestagswahlen 2021 mit mindestens 35 Prozent der Stimmen stärkste Partei zu werden.“ Und wenn man dafür mit den Grünen fusionieren müsse. „Da kann es doch nicht angehen, dass die Genossen in Bayern uns so eine Blamage hinlegen.“ Deshalb will sie nun die Bayern-SPD aus der Partei ausschließen. „Sollen die sich doch SPB umbenennen, aber wir wollen diese Loser mit unter zehn Prozent nicht mehr. Es kann doch nicht sein, dass die Genossen in Bayern die Bauern nicht überzeugen konnten SPD zu wählen.“

Die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen kündigte gegenüber der fna bereits Konsequenzen an. „Ich werde aus der SPD austreten und Mitglied der Grünen“, erklärte sie. „Immer nur verlieren kotzt mich an, da bin ich lieber bei den Gewinnern.“ Zudem könne sie dort ja auch weiterhin sozialdemokratische Politik machen, „immerhin gibt es da kaum große Unterschiede.“

Aus dem SPD-Bundesvorstand hieß es, man werde nun angesichts der politischen Entwicklungen im Bund und in den Ländern und dem ganzen Makel, welcher der Politik der SPD von Schröder über Gabriel, Schulz und Nahles anlastet, eine Umbenennung der Traditionspartei in Betracht ziehen. „SPD wird heute gerne mit Hartz IV, Bankenrettung und Sozialabbau in Verbindung gebracht“, so ein anonym bleiben wollendes Mitglied des Bundesvorstands, „deshalb und aufgrund der Abwanderung vieler Wähler zur AfD haben wir uns schon etwas überlegt.“

Als Namensvorschläge wurden demnach unter anderem ‚Neue Sozialdemokratische Partei Deutschlands‘ (NSDPD), ‚Partei Soziales Gewissen‘ (PSG) und ‚Alternative für Sozialdemokraten‘ eingebracht. „Und vielleicht nehmen wir dann auch die Bayern wieder auf.“

Bild: Flickr / SPD Schleswig-Holstein CC BY 2.0

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