Reinheitsgebot geändert: Glyphosat darf legal ins deutsche Bier

Reinheitsgebot geändert: Glyphosat darf legal ins deutsche Bier

Bislang durfte Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden. Nun wurde auch Glyphosat in die Liste aufgenommen, „weil man Realitäten nicht verschweigen kann.“

MÜNCHEN (fna) – Deutsches Bier wird grundsätzlich nach dem Reinheitsgebot gebraut. Das heißt: Bis auf Hopfen, Malz, Hefe und Wasser darf kein anderer Zusatz hinzukommen. Ein Umstand, der immer wieder zu Kontroversen führte. Nun jedoch soll diese Liste erweitert werden. „Angesichts dessen, dass bei Überprüfungen in der Vergangenheit immer wieder das Monsanto-Herbizid Glyphosat in Bierproben festgestellt wurde, müssen wir einfach handeln“, so Ferdinand Holzwirth, der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Brauereien (BdB) zur Nachrichtenagentur fna. „Wir müssen das akzeptieren und als erlaubten Bestandteil deutschen Bieres anerkennen, weil man Realitäten nicht verschweigen kann.“

So viel Glyphosat wurde in deutschen Bieren gefunden.

„Wir haben dem Bundestag in eine entsprechende Änderung des Biersteuergesetzes und der Bierverordnung vorgeschlagen, in denen dies geregelt wird“, so Holzwirth weiter, „unserem Vorschlag wurde weitestgehend entsprochen.“ Demnach dürfen bayerische Biere künftig bis zu 5 Mikrogramm Glyphosat pro Liter beinhalten, jene aus dem restlichen Bundesgebiet sogar maximal 30 Mikrogramm. „Bei uns in Bayern achtet man ja noch mehr auf das Reinheitsgebot als bei den Preussen“, so Holzwirth mit einem Augenzwinkern.

Auswirkungen auf die gewohnte Bierqualität wird die Gesetzesänderung jedoch nicht haben ist sich Holzwirth sicher: „Schon jetzt ist Glyphosat ein fester Bestandteil des deutschen Bieres, wir haben nun nur die Gesetzeslage der Realität anpassen lassen.“ Und so lange bei der Bierherstellung kein Zucker verwendet werde, „ist ja auch noch alles im grünen Bereich“, erklärte er weiter. Es könne ja nicht sein, dass jemand beim Bier pansche. „Das macht man einfach nicht.“

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9 thoughts on “Reinheitsgebot geändert: Glyphosat darf legal ins deutsche Bier

  1. Nein, die Lizenzgebühren gehen an Bayer – die haben doch Monsanto gekauft – für mehr als 60 Milliarden €!
    Jetzt wissen wir auch warum …
    Vielleicht verlangen sie dann für jedes verkaufte Bier eine Lizenzgebühr …

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    1. Vermutlich. Jedenfalls, wenn man die Preise für eine Maß auf dem Oktoberfest als Kriterium heranzieht. Die Lizenzgebühren liegen vermutlich bei etwa 700%.
      Allerdings könnte in Zukunft der Biermarkt austrocknen.

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  2. Solang kein Bier im Glyphost ist, ist alles noch o.k. Stell Dir vor, der Pilot, der das Glyphosat ausfliegt würde vom Bier besollen, er könnte nich einmal mehr landen!

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  3. So schnell wird Politik von der Wirtschaft gekauft. Da legen wir mal nicht rechtkonforme oder gesundheitsschädigende Handlungen ein paar Jahre in den Markt und machen daraus ein Gewohnheitsrecht und legalisieren vormals verbotene Handlungen. Der Mensch ist doch wirklich zu allem zu blöd. Egal wieviel in dieser Welt noch kaputt geht, wir lernen nicht dazu. Also nur los! A bissal Gift kaun do ned schodn!

    Mein Name ist Christian und Ich bin ein EU-Bürger!

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  4. Mit der Argumentation von Herrn Holzwirth könnte man auch die Feinstaubwerte oder die Verkehrsregeln an die Realität anpassen, oder? Aber hier geht es ja nur um ein Lebensmittel, dann ist das ja egal. Oder denkt nur irgendwer im entferntesten daran künftig den Glyphosat-Anteil auf dem Etikett zu deklarieren?

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  5. Man muß dazu anmerken, daß bei TV-Bieren ja UNMENGEN an Malz benötigt wird, um die UNMENGEN an „Bier“ herstellen zu können. Da greifen die Malzbauern dann gerne zu Glyphosat, um ihre Bestellmengen einhalten zu können. Je größer eine Markeim Fernsehen, Kino und Co. beworben wird, desto größer ist der Glyphosatanteil – einfach aus „praktischen“ Gründen. Also: Lieber kein Massenbier aus dem TV trinken, sondern Bier, das in kleinen Mengen produziert wird. Mein Tipp: Oberfränkisches Bier trinken. 😉

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  6. Es ist natürlich zu begrüßen, dass ein so wertvoller Bestandteil des Bieres nun auch endlich legalisiert wird. Dennoch greift dieser Ansatz für mich zu kurz. Auch das inzwischen unverzichtbare Mikroplastik, welches dem modernen Bier einen leichten Crunch-Effekt verleiht, sollte ein erlaubter Bestandteil sein. Die Industrie gibt sich so viel Mühe, unseren Biergenuss durch solche feinen Zusatzstoffe zu verbessern, aber die Gesetzgebung hinkt mal wieder hinterher.

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