Eine Protestwelle geht durch Deutschland

Eine Protestwelle geht durch Deutschland

Mit immer mehr Protestaktionen wollen unzufriedene Bürger in Deutschland gegen Missstände aufmerksam machen. Am Montag wird nicht getankt, am Dienstag nicht gespült und die Miete einen Tag später bezahlt.

BERLIN, MÜNCHEN (fna) – Nachdem in Frankreich Millionen Menschen wegen der hohen Spritpreise die Straßen blockierten, um so ein Zeichen zu setzen, folgen auch die Deutschen dem Beispiel. Mit deutscher Gründlichkeit wurde Montag der 26. November zum Protesttag erklärt, an dem die Menschen nicht tanken sollen, stattdessen am tendenziell eher teureren Sonntag oder eben am Dienstag danach. So wollen die Initiatoren ihrerseits ein Zeichen gegen die hohen Benzinpreise in der Bundesrepublik setzen.

Allerdings findet die Aktion auch schon Nachahmer, wie die Nachrichtenagentur fna in Erfahrung brachte. Fred S. aus Berlin hat den „Spülfrei-Tag“ ins Leben gerufen. „Am Dienstag den 27. November soll niemand fürs große Geschäft auf die Toilette gehen und generell auf die Spülung verzichten, um so gegen die hohen Wasserpreise in Deutschland zu protestieren“, erklärte er. Zudem könne man seinen Protestwillen erhöhen, indem man an diesem Tag ebenfalls auf die tägliche Dusche verzichtet und kein Leitungswasser trinkt, so der 33-jährige BWL-Student.

Inka R. aus München hingegen will eine große Protestaktion gegen die viel zu hohen Mieten starten. „Anstelle wie gewohnt die Wohnungsmiete am 1. zu bezahlen, sollen die Mieter einen Tag später überweisen“, erklärt die 39-jährige Psychologie-Studentin der fna. „Es kann ja nicht sein, dass die Mieten stärker steigen als die Einkommen der Menschen. Dagegen muss man ein Zeichen setzen!“

In den sozialen Medien werden schon weitere Aktionen geplant: Beispielsweise die Stromrechnung nur noch abzüglich der Energiesteuern zu bezahlen, um so wieder auf ein erträgliches Preisniveau zu kommen, oder aber einen Generalstreik auszurufen. Aber gerade Letzteres stößt im Gegensatz zu den oben genannten Aktionen auf Widerstand. „Generalstreik? Das geht doch gar nicht“, so Peter F. aus Berlin. Der Müll-Lkw-Fahrer befürchtet, dann seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Franz K., Leiharbeiter, schlägt ins selbe Horn: „Einen Generalstreik kann ich mir ja gar nicht leisten. Der Mindestlohn reicht ja so schon kaum aus um zu leben.“

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