Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

2019: Soli für Kirchen kommt

Schwindende Mitgliederzahlen und weniger Geld im Klingelbeutel – den großen Kirchen in Deutschland geht es trotz Rekordeinnahmen schlecht. Ein Solidaritätsbeitrag soll ab 2019 Abhilfe schaffen.

BERLIN (fna) – Obwohl die Einnahmen aus der Kirchensteuer für die Katholische und die Evangelische Kirche in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, fehlt es den beiden größten religiösen Gemeinschaften in Deutschland an Geld. Auf Druck von CDU und CSU, mit Unterstützung der AfD, sowie Teilen von SPD und FDP, wird nun im kommenden Jahr ein Solidaritätsbeitrag für die Kirchen eingeführt. Diesen müssen alle Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen ungeachtet ihres religiösen Bekenntnisses bezahlen.

Die CDU-Abgeordnete Claudia Lücking-Michel, die auch Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist, sagte der Nachrichtenagentur fna: „Den Kirchen mangelt es hinten und vorne an Geld, um die seelsorgerische und soziale Arbeit zu finanzieren. Hinzu kommen gerade bei der Katholischen Kirche noch die vielen Verfahren wegen Kindesmissbrauchs, sowie die hohen Ausgaben für die Bischofssitze.“ Deshalb, so die engagierte Katholikin, bräuchten die beiden großen Kirchen auch zusätzliche finanzielle Mittel.

Noch vor der Weihnachtspause wird der Bundestag deshalb über die Einführung eines „Kirchen-Solis“ abstimmen. Eine breite Zustimmung wird ersten parlamentsinternen Umfragen der überparteilichen Gemeinschaft „Christen im Bundestag“ (CiB) angenommen. „Wir erwarten, dass der Bundestag der Einführung eines Solidarbeitrags für die Kirchen in Höhe von 2,5 Prozent der Einkommensteuer zustimmen wird“, so die CiB gegenüber der fna. Damit stehen der Katholischen und der Evangelischen Kirche in Deutschland im kommenden Jahr wohl zusätzliche 6,6 bis 6,8 Milliarden Euro zur Verfügung.

Zum Vergleich: Im Jahr 2017 nahm die Römisch-Katholische Kirche insgesamt 6,43 (2007: 4,66) Milliarden Euro ein, während die Evangelische Kirche immerhin noch 5,67 (2007: 4,20) Milliarden Euro verbuchen konnte. Der Kirchen-Soli wird damit die Budgets der beiden Religionsgemeinschafen insgesamt um mehr als die Hälfte erhöhen.

Zuvor gab es seitens der ökumenischen Versammlung der deutschen Bischöfe nach Informationen der fna bereits Diskussionen darüber, ob man anstelle eines Klingelbeutels nicht gleich zu jeder Messe Eintritt verlangen sollte, um die finanziellen Probleme zu lösen. Im Gespräch seien 10 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder und Senioren gewesen, bei Feiertagsmessen wie zu Ostern, Weihnachten, Pfingsten und dergleichen 15 bzw. 10 Euro. Doch davon wurde schlussendlich Abstand genommen, weil die Kirchen ohnehin immer so leer seien.

Bitte teilen:

Ein Kommentar

  1. Berggeist Rübezahl Berggeist Rübezahl 20. Dezember 2018

    Eine gute Sache, aber bringt das Geld vor der Käßmann in Sicherheit: Die versäuft sonst die ganze schöne Kohle in der Kneipe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.