Nach „Spiegel“-Rauswurf: Relotius darf beim Fake-News-Blatt „Bild“ arbeiten

Nach „Spiegel“-Rauswurf: Relotius darf beim Fake-News-Blatt „Bild“ arbeiten

Wegen erfundener Geschichten musste der Reporter Claas Relotius den „Spiegel“ verlassen. Nun bekam er ein Jobangebot von der „Bild“. Das Satire- und Fake-News-Blatt ist von seiner überzeugenden Kreativarbeit begeistert.

BERLIN (fna) – Der mehrfach preisgekrönte Reporter Claas Relotius, der nicht nur für den „Spiegel“, sondern auch für die „taz“, die „FAZ“, die „Zeit“ und das Springer-Blatt „Die Welt“ schrieb, musste das renommierte Nachrichtenmagazin verlassen, weil viele seiner perfekt in die Blattlinie passenden Artikel ganz oder teilweise gefälscht waren und dies dann aufflog. Nun bekam er ein Jobangebot von der „Bild“, bei der man mit Fake News deutlich offener umgeht.

„Ich konnte es zuerst gar nicht glauben“, so der 33-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur fna, „da ruft mich eine Sekretärin von der ‚Bild‘ an und fragt mich, ob ich künftig nicht für die renommierte Satirezeitung schreiben möchte.“ Man habe dort „großen Respekt“ vor seiner „kreativen Leistung“ und würde ihn gerne auf Geschichten zu Putin und Russland, zu Assad und Syrien, sowie zu Donald Trump ansetzen.

„Die Sekretärin sagte mir, dass der Kreativabteilung der Satire- und Fake-News-Zeitung langsam die Ideen ausgehen würden und sie neuen, frischen Input brauchen“, erklärte Relotius. „Ich kann bereits am 2. Januar dort anfangen. So wird aus der Schmach doch noch ein Erfolg.“ Er werde sich die Weihnachtsfeiertage über auf seinen neuen Job vorbereiten und habe bereits einige neue Ideen, die er noch zu Papier bringen wolle.

Seitens der „Bild“ hieß es auf Anfrage gegenüber der fna: „Jeder weiß, dass unsere Reportagen mehr oder weniger frei erfunden sind, da ist das Kreativtalent von Relotius eine wertvolle Ergänzung.“ Man habe angesichts der seit längerer Zeit stark sinkenden Auflagezahlen des Satire- und Fake-News-Blatts schon lange nach neuen Fake-Reportern gesucht, die Geschichten aufbauschen, übertreiben und Feindbilder schaffen. „Diesen Mann brauchen wir unbedingt. Er hat es geschafft, seine ganzen erfundenen Geschichten so realitätsnah zu gestalten, dass ihm jeder geglaubt hat. Das hat bei uns noch niemand geschafft“, so die „Bild“ weiter.

Bild: Screenshot Youtube

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