Von der Leyen: „Wir haben keine Fachkräfte im Verteidigungsministerium“

In der Diskussion um die externen Berater und die Kosten in Millionenhöhe verteidigt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die bisherige Praxis. Man habe keine Fachkräfte im Ministerium, nur brave Parteisoldaten in Versorgungsposten.

BERLIN (fna) – Das Bundesverteidigungsministerium gibt jährlich zig Millionen Euro an Steuergeld für externe Berater aus, darunter auch an McKinsey, wo einer ihrer Söhne eine hochrangige Position bekleidet. Wie bekannt wurde, marschieren insgesamt mehr als 1.100 solcher „externer Berater“ mit Hausausweisen im Ministerium ein und aus. Das sorgt für Unmut. Doch Ursula von der Leyen (CDU) verteidigt die Vorgehensweise.

Gegenüber der Nachrichtenagentur fna sagte die Ministerin: „Wir haben einfach nicht genügend Fachkräfte in unserem Ministerium, da wir sämtliche Stellen nach politischen Gesichtspunkten besetzen und nicht nach Qualifikation.“ Selbst bei den Generälen würde das Parteibuch und die Unterwürfigkeit gegenüber der Ministerin und der Bundeskanzlerin eine deutlich größere Rolle spielen als die fachliche Eignung, erklärte sie. „Das sehen sie ja schon bei mir.“

„Ich habe selbst keine Ahnung was ich überhaupt mache und meine Mitarbeiter sind diesbezüglich auch nicht besser“, so von der Leyen weiter, „deshalb vertraue ich auf die Expertise unserer externen Berater, die dieses Manko beheben. Dafür sind wir Politiker ja auch da, nicht?“

„Stellen Sie sich doch einmal vor, wir würden ganz ohne diese Berater arbeiten – wissen Sie was dann los wäre? Dann wären wir wahrscheinlich schon mitten im Dritten Weltkrieg und die russischen Panzer würden bereits am Rhein stehen“, verdeutlichte die CDU-Politikerin und macht damit klar, welch wichtige Arbeit die externen Berater überhaupt machen.

„Als ich beispielsweise forderte, die nukleare Erstschlagsdoktrin zu ändern und Atombomben auf Russland zu werfen, haben mich meine Berater darüber aufgeklärt, dass Moskau dann eben Atomraketen über Deutschland abregnen lässt – und zwar vorzugsweise über den US-Militärbasen im Land. Da wurde mir klar, dass ich das unseren Verbündeten doch gar nicht antun kann“, so die Ministerin weiter. Immerhin trage sie in ihrem Job ja auch eine Verantwortung für die alliierten Truppen in Deutschland.

Bild: Wikimedia / Kuhlmann /MSC CC BY 3.0 de

3 comments to “Von der Leyen: „Wir haben keine Fachkräfte im Verteidigungsministerium“”
    • Wäre es nicht die Aufgabe der Ministerin und der Staatsseretäre diesen Mangel zu beseitigen?
      Hat die Bundeswehr wirklich keine Fachkräftekompetenz und nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Versorgungdenken?

  1. Es wäre noch erträglich, vergäbe von der Leyen Aufträge zur Lösung unserer Probleme. Stattdessen entscheiden die einzelnen Abteilungen über die Beraterverträge. Die wollen keine Lösung, die wollen eine Ausrede, warum die anderen Abteilungen an dem Desaster Schuld sind.

    McKinsey hat Leute, die widersinnige Bürokratie auflösen, Unfähige raus werfen und eine funktionierende Struktur aufziehen. Aber wenn McKinsey massenhaft Aufträge bekommt, widersinnige unfähige Bürokratie rechtfertigen – dann schicken die halt andere Leute.

    Für die Beratungsfirmen ein Bombengeschäft. Vergibt die eine Abteilung einen Auftrag für ein Gutachten, muss auch die angegriffene Abteilung eine Auftrag für ein Gegengutachten vergeben.

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