EU-Kommission überlegt Kennzeichnungspflicht für Satire

EU-Kommission überlegt Kennzeichnungspflicht für Satire

Um es den Lesern einfacher zu machen und sie nicht der Gefahr einer Irreführung auszusetzen, überlegt die EU-Kommission eine neue Richtlinie zu erlassen, die eine Pflicht zur Kennzeichnung von Satire vorsieht.

BRÜSSEL (fna) – Europäische Leser sind unendlich vielen Gefahren ausgesetzt – sofern sie noch sinnerfassend lesen können. Ob Fake News durch feindliche Kräfte die die Europäische Union zerstören wollen, oder rechte Hetzer die ihre Schriften als Satire tarnen, hier muss die EU-Kommission korrigierend eingreifen. Da die Kommission dafür bekannt ist, dass sie ihre Bürger vor allem schützt, was sie ernsthaft schädigen könnte, plant sie jetzt eine Kennzeichnungspflicht für satirische Publikationen. 

Die Beschwerden bei der Kommission häuften sich, da viele der Leser sich entweder in die Irre geführt sahen oder einfach nur blind alles glaubten, was sie zu lesen bekamen. Beides darf in Zukunft nicht mehr geschehen. „Die Menschen haben immer weniger zeit zum Lesen, meist überfliegen sie nur die Überschriften. Weil viele Überschriften aber irreführend, reißerisch, gelogen oder gar frei erfunden sind, sind die Leser bereits schon bewusst falsch informiert worden. Dem setzen wir jetzt einen Riegel vor, denn die Leser haben ein Recht auf die Wahrheit“, so die Kommissarin für Verbraucherpolitik, Vera Jourova. 

Die EU-Kommissarin wird folgende Publikationen im Internet mit Warnsiegel versehen:

  1. Publikationen die im Verdacht stehen Unwahrheiten (Fake News) zu verbreiten,
  2. Publikationen mit reißerischen Überschriften, deren Inhalte aber von der Überschrift abweichen
  3. Publikationen die im Verdacht stehen rechtsgerichtete Satire zu verbreiten 
  4. Publikationen die im Verdacht stehen gegen Bundesregierungen oder gegen EU-Institutionen zu hetzen

Diese digitale Signatur soll demnach überall im Internet sofort ersichtlich werden und der Leser wird visuell gewarnt. Danach gefragt wie das konkret aussehen soll, sagte Vera Joureva: „Vor jedem Artikel der im Internet publiziert wird, wird ein Warnhinweis ersichtlich.“

Das Redaktionsteam des Berliner Express hat hierzu schon einen Hinweis ausgearbeitet:

ACHTUNG, ACHTUNG! Diese Publikation könnte sie zum Denken anregen oder auf etwaige Missstände im System aufmerksam machen! Bitte unbedingt weiterlesen!

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3 thoughts on “EU-Kommission überlegt Kennzeichnungspflicht für Satire

  1. Der Konsum von Satire gefährdet Ihre Lachmuskeln und Ihre staatliche Einstufung als nützlicher Idiot. Eine Gefährdung Ihrer Gesundheit durch durch den Konsum ausgelöste plötzliche und unvermittelte Anwesenheit von Staatsschützern kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Wir raten daher vom Konsum dringend ab.

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  2. Berggeist Rübezahl · Edit

    Ich dachte immer, die „Süddeutsche Zeitung“, die TAZ und „Die Zeit“ wären auch Satire.
    So sehr lügen kann man doch gar nicht; das kann nur Satire sein, was die schreiben.

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