Grüne: „Wir sind die Wirtschaftspartei schlechthin“

Grüne: „Wir sind die Wirtschaftspartei schlechthin“

Den Vorwürfen, die Grünen seien wirtschaftsfeindlich, tritt die Ökopartei nun entgegen. „Im Gegenteil, wir sind die Wirtschaftspartei schlechthin“, so Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt. „Wir bauen Deutschland neu auf.“

BERLIN (fna) – Immer wieder sehen sich die Grünen Vorwürfen ausgesetzt, sie seien wirtschaftsfeindlich und würden mit ihren Forderungen den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden. Das will man sich bei der Ökopartei nicht gefallen lassen. „Wir sind nicht wirtschaftsfeindlich“, so die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion Katrin Göring-Eckardt zur Nachrichtenagentur fna, „Im Gegenteil, wir sind die Wirtschaftspartei schlechthin.“ Die Grünen würden Deutschland neu aufbauen.

„Wie schon unsere wirtschaftspolitische Sprecherin, Kerstin Andrae, zur Welt sagte, engagagieren sich viele Unternehmer in unserem Wirtschaftsbeirat“, erklärte die 52-jährige. „Zudem nehmen wir auch gerne Spenden von der Industrie an.“ Jene vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Südwestmetall oder der Automobilindustrie sind immer wieder gerne gesehen. „Die ganzen von uns mitgetragenen Anforderungen in Sachen Dämmung, Heizung und Bausanierung kommt auch der deutschen Bauwirtschaft zugute“, sagte sie, „das muss man doch auch sehen.“

„Die Menschen müssen verstehen, dass CO2-Steuern, Energiesteuern, Vermögensabgaben und die Finanztransaktionssteuer nicht wirtschaftsfeindlich sind, vielmehr helfen sie dabei, die Wirtschaft neu auszurichten und auf die Zukunft vorzubereiten“, so Göring-Eckardt weiter. „Die Automobilindustrie beispielsweise hat zu verstehen, dass die Ära der Verbrennungsmotoren zu Ende geht und wer nicht früh genug mitzieht und alternative Antriebe entwickelt und anbietet wird eben untergehen.“ Das sei „im Kapitalismus eben Gesetz“.

„Wir unterstützen ja auch die deutsche Rüstungsindustrie, indem wir Bundeswehreinsätze im Ausland befürworten, genauso wie die Aufrüstung der Bundeswehr“, erklärte sie weiter. „Wenn wir Glück haben, kommt es tatsächlich zu einem NATO-Krieg gegen Putins Russland und wir können die russische Bevölkerung von dem Diktator befreien.“ Zwar würde man Rüstungsexporte aus Deutschland ablehnen, „aber das nur, weil wir doch unsere potentiellen Feinde nicht mit unseren qualitativ hochwertigen deutschen Waffen versorgen können.“ Olivgrün sei ja auch eine Form von grün.

„Wir unterstützen die deutsche Wirtschaft in allen Belangen die sie zukunftsfähig machen“, erklärte die Grünen-Politikerin weiter, „das heißt aber auch, dass sie umwelt- und klimafreundlicher werden müssen.“ Dies gelte auch für die Rüstungsindustrie. „Wir denken, dass eine Nachrüstung unserer Leopard 2-Kampfpanzer mit umweltfreundlichen Elektromotoren durchaus möglich ist. Auch das ist gut für die deutsche Wirtschaft.“ Auch könnten elektrisch betriebene Kampfdrohnen mittelfristig die umweltschädlichen Kampfjets ablösen, findet sie.

„Wir dürfen das Feld in der Elektromobilität nicht den Chinesen überlassen, sondern selbst die Führungsrolle übernehmen“, fordert Göring-Eckardt. „Das haben wir jahrzehntelang verschlafen und haben nun das Problem, dass unsere Autohersteller nicht darauf vorbereitet sind. Hätten sie schon früher auf uns gehört, sähe die Lage heute ganz anders aus.“

Share this post

2 thoughts on “Grüne: „Wir sind die Wirtschaftspartei schlechthin“

  1. Das ist gar nicht so verrückt, wie es auf den ersten Blick aussieht.

    Hast du schon mal gefragt, wo das Geld für die Gewinne her kommt? In den Schulbüchern steht: Die Unternehmen zahlen uns Löhne, mit diesen Löhnen kaufen wir die produzierten Waren. In Summe bekommen die Unternehmen genau das Geld zurück, das sie uns geben.

    Gewinne können die Unternehmen nur machen, wenn wir mehr Geld ausgeben, als wir verdienen. Dafür müssen wir Kredite aufnehmen. Nun ist die Frage, wieso sollten Menschen, die von Allem mehr als Genug haben, einen Kreditvertrag unterschreiben?

    Da haben die Grünen die geniale Idee überhaupt: Die machen uns ein schlechtes Gewissen. Erzählen uns, all unsere Umweltsünden werden uns vergeben, wenn wir zusätzliche Kredite aufnehmen. 50.000€ für ein neues Elektroauto statt 3000€ für eine alte Dieselkarre. 100.000€ für Styropor statt 1000€ für Heizöl.

    Bleibt nur eine Frage – wieso sind die Automobil-Manager nicht selbst drauf gekommen. Wieso geben die sich mit 30000€ für ein SUV zufrieden, wenn die uns einen 50000€ Finanzierungsvertrag für ein Elektroauto aufdrücken können?

    Reply
  2. Berggeist Rübezahl · Edit

    Nicht zu vergessen sind die ganzen hochqualifizierten Jobs für Langzeitstudenten und AStA-Funktionäre, die sonst in der ALG-Statistik auftauchen würden. Die GrünInnen habe sich insbesondere für Arbeitsplätze für Gleichstellungsbeauftragte, Frauenbeauftragte, Ausländerbeauftragte, Umweltbeauftragte und XY-beauftragte eingesetzt.

    Reply

Post Comment