Missbrauchsvorwürfe: Bischöfe wünschen sich „gute alte Zeit“ zurück

Missbrauchsvorwürfe: Bischöfe wünschen sich „gute alte Zeit“ zurück

Die Katholische Kirche wird seit Jahren von unzähligen Missbrauchsskandalen erschüttert. Nun fordern mehrere Bischöfe mehr Macht für die Kirche ein und weisen auf die Philippinen hin, wo der Einfluss auf Politik und Gesellschaft noch groß ist.

VATIKAN (fna) – Seit vielen Jahren wird die Römisch-Katholische Kirche von unzähligen Missbrauchsfällen erschüttert. Der Klerus ist darüber nicht erfreut. Mehrere Bischöfe haben nun einen Appell an die Kirchenführung in Rom gerichtet, in der sie die Philippinen als lobendes Beispiel dafür nennen, wie die Kirche auf Politik und Gesellschaft Einfluss nehmen kann.

„Noch vor hundert, zweihundert Jahren hat die Heilige Römisch-Katholische Kirche trotz der satanischen Aufklärung und sukzessiver Entmachtung in der katholischen Weltbevölkerung Macht und Durchsetzungskraft besessen“, so die Gruppierung namens „Bischöfe für die Restaurierung der Heiligen Römisch-Katholischen Kirche“ zur Nachrichtenagentur fna. „In dieser guten alten Zeit hat es solche infamen Anschuldigungen gegen den Klerus nicht gegeben, der sich im Auftrag Gottes um die Schäflein kümmert.“

Der Vatikan solle sich ein Beispiel an den Philippinen nehmen, wo sich der Klerus „erfolgreich in die Tagespolitik einmischen kann“ und dort auch „die Gesetzgebung und die Gläubigen zu beeinflussen vermag“. Unter anderem verweist man hierbei auf die erfolgreiche Unterbindung von sexueller Aufklärung, den weitestgehenden Verzicht auf Verhütungsmittel, das Verbot von Abtreibungen und Ehescheidungen und dergleichen. „Das könnten wir in den anderen katholisch geprägten Ländern der Welt ebenso haben.“

„Der Heilige Stuhl muss den Klerus in der ganzen Welt dazu anhalten, mehr Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Medien auszuüben“, fordern die Bischöfe deshalb. Sonst werde man „bald nur noch eine Randerscheinung ohne gesellschaftliche Relevanz“ sein. Das müsse „mit allen Mitteln verhindert werden“. Es könne ja nicht sein, „dass unsere Priester und Bischöfe vor weltlichen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden, nur weil sie sich in allen Belangen um ihre Schäflein kümmern“, heißt es unter Bezugnahme auf die „angeblichen Missbrauchsfälle, die eine Verzerrung der tatsächlichen Begebenheiten darstellen“. Dagegen müsse man vorgehen. „Früher hätte es sowas nicht gegeben.“

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