Schlaglöcher: Deutsche sollen Straßen „adoptieren“

Schlaglöcher: Deutsche sollen Straßen „adoptieren“

Der deutsche Fiskus hat kein Geld für die Sanierung von Straßen übrig. Nun sollen die Bürger helfen, indem sie Straßenabschnitte „adoptieren“. Den Deutschen ginge es Dank der erfolgreichen Politik der Bundesregierung ohnehin „so gut wie noch nie“.

BERLIN (fna) – Wer kennt das nicht: da fährt man die Straße lang und ist plötzlich dazu gezwungen, wegen Schlaglöchern im Slalom zu fahren. In manchen Landkreisen ist es sogar so schlimm, dass man selten mehr als 20 Kilometer pro Stunde fahren kann, ohne Angst um die eigene Sicherheit zu haben. Das soll sich nun ändern.

Das Bundesverkehrsministerium hat sich mit den Ländern, Kreisen und Kommunen darauf geeinigt, ein „Adoptionsprogramm“ für die zu Schlaglochpisten verkommenen öffentlichen Straßen zu eröffnen. „Die Bürger sollen die Möglichkeit bekommen, Straßenabschnitte von fünf bis zehn Metern sozusagen zu adoptieren“, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums zur Nachrichtenagentur fna.

Man will es besorgten und um das Allgemeinwohl bedachten Bürgern ermöglichen, einen direkten Beitrag zur Instandsetzung der öffentlichen Straßeninfrastruktur zu leisten. „Es gibt in den Vereinigten Staaten bereits ein ‚Adopt a Highway‘-Programm, bei dem Bürger einen Beitrag dazu leisten, dass die Highways weiterhin ordentlich instand gesetzt werden können“, erklärte der Sprecher. „In Deutschland wollen wir ein ähnliches Programm starten.“

Wer einen Straßenabschnitt sozusagen „adoptiert“, soll für die Instandhaltungskosten aufkommen und dafür ein Schild an diesem Abschnitt erhalten. Darauf soll dann beispielsweise „Dieser Straßenabschnitt wurde von Max Muster adoptiert. Er ermöglicht mit seiner finanziellen Unterstützung die Instandhaltung.“ stehen. Adoptionen sollen demnach für fünf, zehn und zwanzig Jahre mit Verlängerungsoption möglich sein.

An Kosten rechnet man mit durchschnittlich etwa 15.000 bis 20.000 Euro für zehn Jahre bei zehn Metern Straße. „Den Deutschen geht es Dank der erfolgreichen Politik der Bundesregierung so gut wie noch nie, da werden sicher viele Bürger freiwillig ihren Beitrag zur Instandsetzung der Infrastruktur leisten“, so der Sprecher weiter. Bereits in den kommenden Monaten will man Broschüren und Informationsmaterial bereitstellen und die „Adoption“ von Straßenabschnitten vorantreiben. „Wir hoffen, bis spätestens zum Jahr 2022 mindestens 75 Prozent aller sanierungsbedürftigen Straßen in Deutschland so wieder in Ordnung gebracht zu haben“, sagte der Sprecher abschließend. Anfragen dazu würde man jedoch im Bundesverkehrsministerium schon jetzt entgegennehmen.

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One thought on “Schlaglöcher: Deutsche sollen Straßen „adoptieren“

  1. Berggeist Rübezahl · Edit

    Allerdings sollte zivilgesellschaftliches Engagement an anderer Stelle lobend erwähnt und zusätzlich für das gesellschaftliche Ranking (Soziale Statuspunkte) angerechnet werden!
    Wer etwa für die Aufnahme von zehn Afghanischen Großfamilien in der BRD gebürgt hat, sollte mindestens soviel zivilgesellschaftliche Statuspunkte erhalten, wie der Paten des Ruhrschnellwegs zwischen Essen und Gelsenkirchen.

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