Exportverbote: Deutsche Rüstungsindustrie will abwandern

Exportverbote: Deutsche Rüstungsindustrie will abwandern

Weil neue Exportstopps nach Saudi-Arabien verhängt wurden, plant die deutsche Rüstungsindustrie die Abwanderung. „Briten, Amerikaner und Russen sind nicht so zimperlich“, heißt es aus Rüstungskreisen.

BERLIN (fna) – Rheinmetall, Heckler & Koch, Kraus-Maffei Wegmann, Würth & Co wollen die Produktion von Rüstungsgütern aus Deutschland auslagern und künftig im Ausland produzieren. Grund dafür ist die zunehmend restriktive Haltung der Bundesregierung in Sachen Rüstungsexporte in kaufwillige Länder, die jedoch auf der schwarzen Liste landeten – wie kürzlich Saudi-Arabien wegen des Mordes am Journalisten Jamal Kashoggi, nicht jedoch wegen des Völkermordes im Jemen.

Der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Rüstungsunternehmen (VdRU), Hans-Peter Wumme, beklagt sich über die Exportpolitik Berlins. „Wir verlieren jährlich Milliarden an Euro, was viele Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet“, so der Rüstungs-Lobbyist zur Nachrichtenagentur fna. „Dabei muss es der Bundesregierung doch klar sein, dass wenn wir nicht liefern, dies eben andere tun. Die Amerikaner, Briten, Franzosen, Israelis, Russen und Chinesen sind nicht zu zimperlich.“

Nun wollen die Rüstungskonzerne Druck auf die Bundesregierung ausüben. „Entweder kommt hier bald eine Kursänderung, oder wir müssen die Produktion eben in liberalere Länder verlegen“, drohte er. Einige der Unternehmen hätten schon „einige recht brauchbare Angebote aus dem Ausland“ erhalten. „Wir könnten den Leopard 2 beispielsweise theoretisch bereits in zwei Jahren direkt in Saudi-Arabien zusammenbauen.“ Auch in der Ukraine gebe es Kapazitäten.

„Man fühlt sich von der Berliner Politik geradezu verarscht“, beklagte er sich, „da steckt man Millionen in Parteispenden und Aufsichtsratsposten für abgehalfterte Politiker, und dann wird einem das profitable Geschäft ruiniert.“ Den Kindern im Jemen sei es „zum Beispiel ohnehin egal, ob sie von deutschen, amerikanischen oder chinesischen Bomben, Raketen und Granaten zerfetzt werden, wenn die Saudis und die Vereinigten Arabischen Emirate aber nicht mehr bei uns kaufen können, machen andere Unternehmen aus offeneren Ländern den großen Reibach.“ Da müsse man deshalb pragmatischer denken.

Er fragt sich: „Was ist den Politikern lieber: Deutsche Arbeitsplätze und Steuern oder irgendwelche Frauen, Kinder und Senioren, die so oder so im Ausland sterben – ob nun durch deutsche oder durch andere Waffen?“ Krieg sei immer schon ein Business gewesen. Da müsse man „den Realitäten ins Auge blicken.“

Bild: Screenshot Youtube

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One thought on “Exportverbote: Deutsche Rüstungsindustrie will abwandern

  1. Wenn die Rüstungskonzerne Deutschland verlassen, gehen dann die ganzen abgehalfterten Potiliker in den Aufsichtsräten mit? Könnte man da noch ein paar gerade noch aktuelle Politiker mit dazu tun? Falls ja, könnte ich mich mit einem generellen Ausfuhrverbot von Waffen recht gut anfreunden.

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