Nach den jüngsten Eklats beim diesjährigen Karneval, mit Doppelnamen- und Transgender-Scherzen, sowie Indianer-Kostümen, soll ein Karneval-Ethikkomitee künftig öffentliche Reden und Kostüme auf die politische Korrektheit überprüfen und erst freigeben müssen.

BERLIN (fna) – Der Karneval bzw. Fasching ist gerade erst vorüber, doch die Diskussion lässt nicht ab. Um künftig verbale Entgleisungen zu verhindern, soll ein noch zu gründendes Karneval-Ethikkomitee bereits ab der kommenden Karnevalssaison im Voraus Büttenreden und dergleichen auf politische Inkorrektheit überprüfen und gegebenenfalls ausbessern, so ein Regierungssprecher zur Nachrichtenagentur fna.

„Wir können unangebrachte Äußerungen im Karneval nicht weiter dulden“, erklärte er, „deshalb hat die Bundesregierung auf Initiative von SPD, Grünen und Linken beschlossen, künftig mit einem Ethikkomitee dagegen vorzugehen.“ Hätten der Karnevalist Bernd Stelter oder die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer eine solche Korrektur schon in der vergangenen Karnevalssaison erhalten, „wären die Eklats so gar nie passiert.“

Auch Kostüme für öffentliche Veranstaltungen wie Bälle und Umzüge müssen künftig erst genehmigt werden. „Es gibt nach wie vor Leute, die mit nachgebauten Schützenpanzern Asylbewerber bekämpfen wollen oder sich als Indianer, Prinzessin, Polizist oder Angela Merkel verkleiden“, beklagte er sich. „Das wird es künftig nicht mehr geben.“ Egal ob es sich um Schulveranstaltungen oder sonstige Karnevalsfeiern im öffentlichen Raum handelt, wer als Veranstalter bzw. Karnevalsverein nicht vorschriftsmäßig handelt, soll mit Strafen von bis zu 10.000 Euro bedacht werden.

Bestehen soll das Ethikkomitee aus Vertretern der Bundestagsparteien, der Kirchen, den Islamverbänden, der Israelischen Kultusgemeinde, dem Zentralrat der Fliesentischbesitzer, dem LGBT-Verband, der Feministenunion und Pro Asyl. Damit will man verhindern, dass „unter dem Deckmantel des Karnevals mit pseudolustigen Witzen gegen Frauen, Religionen oder Minderheiten gehetzt wird“.

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2 Comments

  1. Hmmm, sind Karnevalisten nicht eine Minderheit? Habt Ihr Euch diesen Artikel von der Ethikkommission genehmigen lassen?

  2. Also ich finde für eine Satirezeitung klingt der Artikel viel zu realistisch. Ich hätte es fast geglaubt, blieb aber dann glücklicherweise am Zentralrat der Fliesentischbesitzer hängen, was mich über meinen Irrtum dann doch noch aufklärte.

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