Die EU will den Umlauf von Bargeld drastisch reduzieren. Deshalb soll auf jede Abhebung von Geldautomaten oder am Bankschalter eine Steuer von fünf Euro erhoben werden.

BRÜSSEL (fna) – Die EU-Kommission will den Bargeldumlauf drastisch reduzieren, um so einerseits die Kriminalität und die Steuerhinterziehung zu bekämpfen, andererseits aber auch um Dank der Daten von Banken und Bezahldienstleistern umfassende Profile von den Menschen in der Europäischen Union anlegen zu können.

Der EU-Kommissar für den Euro und den sozialen Dialog, Valdis Dombrovskis, teilte der Nachrichtenagentur fna mit: „Wir müssen viel stärker gegen die Kriminalität und die Steuerhinterziehung vorgehen. Die sukzessive Abschaffung des Bargelds, zumindest der Banknoten, ist ein wichtiger Schritt dazu.“ Deshalb habe er gemeinsam mit der Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Aktionsplan erarbeitet, der mit 1. Januar 2019 umgesetzt wird.

„In einem ersten Schritt werden wir auf sämtliche Bargeldbehebungen von Geldautomaten oder Bankschaltern innerhalb der Europäischen Union eine Steuer von fünf Euro erheben“, erklärt er. Weiters werden ab dem kommenden Jahr keine 500-Euro-Scheine, ab dem Jahr 2020 auch keine Zweihunderter und Hunderter mehr gedruckt. Im Jahr 2021 soll dann der Druck von Fünfzigern und Zwanzigern eingestellt werden, im Jahr 2022 dann auch von Zehnern und Fünfern. „Lediglich die Münzen werden noch geprägt werden“, so Dombrovskis.

EZB-Präsident Mario Draghi bestätigt die Pläne. „Bargeld ist teuer, kompliziert zu handhaben und kaum zu verfolgen“, so der Italiener zur fna. „Wir werden den Euro sukzessive zu einer reinen Digitalwährung umbauen und damit beginnen, ab 2025 auch einen ‚Krypto-Euro‘ herauszugeben, der auf der Blockchain-Technologie basiert und uns so die Möglichkeit gibt, verdächtige Transaktionen problemlos nachvollziehen zu können.“

Bei den Banken stößt dieser Plan auf Wohlwollen. „Schon jetzt haben wir mit der Bargeldverwaltung enorme Verwaltungskosten“, kritisiert ein Sprecher des Deutschen Bankenverbandes die Liebe der Deutschen zum Bargeld. Für diese Kosten würde jedoch kaum jemand zahlen wollen, „weil es für die Menschen selbstverständlich scheint, dass wir die Arbeit mit dem Bargeld haben.“ Man werde deshalb bei sämtlichen deutschen Banken anregen, die Gebühren für die Bargeldabhebung an den Geldautomaten und Kassenschaltern ebenfalls auf mindestens fünf Euro zu erhöhen und pro Behebung maximal hundert Euro zuzulassen. „Nur so können wir den Menschen auch den Gebrauch von Bargeld abgewöhnen.“

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5 Comments

  1. Ich befürchte, das ist keine Satire. Nur ein bisschen zu früh.

  2. Das nenne ich Enteignung! Dann möchte ich meinen Lohn bar ausgezahlt haben.

    1. Hach ja, die gute alte Lohntüte. Heute lohnt sich ein Überfall ja gar nicht mehr.

  3. Genau aus diesem Grund wettern Banken gegen den dezentralen Bitcoin – die wollen Ihren zentralen €uroCoin platzieren damit wir im Gegensatz zum Bitcoin total transparent sind.

  4. 5.-€ für Geld-abheben verlangen? weil die Banken sich verzockt haben? weil das Bargeld weg soll? haben die den Arsch offen? macht es ruhig, und das Volk wird sich bei Banken und Politikern für die tolle Leistung die uns noch als Erfolg verkauft wird, ganz ganz Artig bedanken, ihr Arschlöcher!

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