Die Grünen seien nicht mehr grün genug, so die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Diese will nun 2021 als Partei in den Bundestag einziehen. Einer Umfrage zufolge könne sie ein Drittel der Grün-Wähler für sich gewinnen.

BERLIN (fna) – Bislang ist die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nur ein privater Verein. Doch das soll sich bald ändern. Ein Sprecher der Umwelt- und Klimaschutzorganisation teilte der Nachrichtenagentur fna mit, man wolle sich bereits in diesem Jahr als Partei konstituieren und im Jahr 2021 bei der Bundestagswahl antreten. „Deutschland braucht eine wirkliche Umwelt- und Klimaschutzpartei“, so Pressesprecher Peter Witzke.

„Wir sehen aufgrund der Umfrageerfolge für die Grünen auch ein großes Potential für die Deutsche Umwelthilfe“, erklärte er weiter. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes von Mind Control im Auftrag des „Berliner Express“ zeigt, dass die selbsternannten „Umwelt-Taliban“ durchaus den Einzug in den Bundestag schaffen könnten.

Meinungsforscher Oskar Schippanski dazu: „Sollte die Deutsche Umwelthilfe tatsächlich antreten, könnte sie mindestens ein Drittel der Grün-Wähler für sich gewinnen. Das heißt, rund 6 bis 8 Prozent der Wählerschaft würden ihr Kreuz bei der DUH machen.“ Die Grünen selbst würden damit wohl wieder hinter die AfD und die SPD fallen, nachdem sie derzeit hinter der Union auf dem zweiten Platz liegt.

„Den echten Grünen sind die Grünen nicht mehr grün genug“, erkärt Witzke. „Wir haben uns in den Szene-Lokalen und Vegan-Restaurants umgehört und festgestellt, dass unsere Arbeit auf große Zustimmung stößt.“ Man erhofft sich durch den Einzug in den Bundestag nicht nur zusätzliche Finanzmittel für den Kampf für einen besseren Schutz von Umwelt und Klima, auch will man so effektiver auf die Gesetzgebung einwirken. „Als kleiner Verein sind wir oftmals machtlos und müssen uns immer wieder durch die Gerichtsinstanzen klagen. Doch als politische Partei können wir auch direkt im Bundestag etwas bewirken.“

Als Erstes wolle man die Inschrift auf dem Reichstag von „Dem Deutschen Volke“ auf „Der Umwelt und dem globalen Klima“ umändern lassen, danach sich dafür einsetzen, immer größere Teile der Städte zu Fußgängerzonen umbauen zu lassen, sowie ein rasches Verbot von Verbrennungsmotoren umzusetzen. Auch soll die Energieproduktion bis zum Jahr 2030 zu 99 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen.

Bei der Umwelthilfe selbst hofft man auf zehn Prozent oder mehr der Stimmen. „Die Menschen in Deutschland wissen, dass es jetzt unsere letzte Chance ist, unseren Planeten noch zu retten“, so Witzke. „Zehn Prozent der Wähler können wir problemlos für uns gewinnen, wenn wir ihnen verdeutlichen können, dass unsere Forderungen keine Schikanen sind, sondern dem Überleben von Mensch und Natur dienen.“

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