In Deutschland werden die Eltern bei der Vergabe von Namen immer kreativer. Immer mehr Kinder heißen Genderella, Björnout, Adrenalina oder Lauchbert. Der kleine Wahnfried (Bild) könnte auch Bundeskanzler werden.

BERLIN (fna) – Bislang sehr beliebte Namen wie Kevin, Schantall, Friedhelm oder Elfriede geraten zunehmend ins Abseits. Deutschland wird von einem neuen Namenstrend für Kinder heimgesucht, der sich immer weiter zu verstärken scheint. Wir haben unsere Reporter durch die Geburtsstationen der Bundesrepublik geschickt und uns schlau gemacht.

Gestern erst wurde der kleine Lauchbert Nassmann im Vivantes Klinikum im Friedrichshain in Berlin geboren. Mit 52 Zentimetern Größe und knapp 4,9 Kilogramm gehört der Sohn von Kevin und Schanin Nassmann zu den größeren Babies hier. „Wir sind so stolz auf unseren kleinen Lauchbert“, erklärt der Vater der Nachrichtenagentur fna mit einem Lächeln auf den Lippen. Auf die Namenswahl angesprochen meinte er: „Wir wollten, dass unser Nachwuchs keinen Allerweltsnamen hat, wie das bei uns beiden der Fall ist.“ Die einjährige Schwester heißt übrigens Igitte, der zweijährige Bruder Wutfried.

Auch Tschakelin und Peter Höcklnudler aus München haben ihrer Tochter einen kreativen Namen gegeben: Hysterika Ritalina. „Unsere Tochter hat schon im Mutterleib Symptome von ADHS gezeigt und ständig gestrampelt und kaum auf der Welt hört sie kaum zu schreien auf“, so der frischgebackene Vater, „da war die Namensgebung Programm.“ Die Mutter ergänzt: „Schon die alten Römer wussten – Nomen est omen.“

Zur Geburtsvorbereitung befindet sich derzeit Andrea Löffler im St.Josefs-Hospital in Dortmund. „In wenigen Wochen ist es so weit und mein Vegandolf Intoleranzo wird das Licht der Welt erblicken“, so die 24-jährige Kauffrau. „Als überzeugte Veganerin möchte ich, dass mein Sohn zu einem Vorkämpfer für die vegane Lebensweise auf der ganzen Welt wird. Deshalb wird er diesen Namen tragen“, erklärt sie weiter.

Astrid Hausmann und Jens Jensen aus Hamburg wollen ihre gemeinsame Tochter Tinderella nennen. „Wir haben uns auf Tinder kennen und lieben gelernt“, so die 37-jährige Lehrerin. „Da war die Namenswahl einfach nur logisch.“ Ihr Freund Jens stimmt ihr zu. „Ohne die Dating-Plattform würde sie nicht geboren werden, da konnten wir einfach nicht anders“, erklärte der 45-jährige Beamte.

Wie wir aus diversen Geburtsstationen erfahren, sind dies keine Einzelfälle. „In vierzig, fünfzig Jahren könnten wir bereits einen Iphonius oder eine Kalorina im Bundeskanzleramt sitzen haben“, so eine Berliner Hebamme zur fna. „Erst gestern haben wir hier einer Chatline und einem Lauchian aus dem Mutterleib geholfen, vorgestern war es eine Wahnhilde.“

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1 Comment

  1. Genderella – Ja, das hat Zukunft.

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