Die größte Nutella-Fabrik bleibt vorübergehend geschlossen. Grund dafür seien „Qualitätsprobleme“. In Deutschland bricht langsam Panik aus. Die Menschen beginnen schon mit Hamsterkäufen, die Supermärkte erhöhen die Preise.

VILLERS-ECALLES, BERLIN (fna) – Ferrero hat seine Nutella-Fabrik im französischen Villers-Ecalles wegen „Qualitätsproblemen“ vorübergehend geschlossen. Doch dort werden tagtäglich 600.000 Gläser des beliebten Brotaufstrichs produziert – ein Viertel der globalen Produktion. Nun gibt es zunehmend Engpässe bei der Belieferung der Supermärkte, weil die Meldung zu Hamsterkäufen führt.

Friede Woschke (48) aus Berlin-Reinickendorf hat bereits sämtliche Supermärkte in ihrer Nachbarschaft nach Nutella abgegrast. „Ein großes Glas konsumiere ich mindestens am Tag“, so die Buchhalterin zur Nachrichtenagentur fna und zeigt dabei in ihren Einkaufswagen. Ganze vier große und drei kleine Gläser Nutella konnte sie noch ergattern. „Am Vormittag habe ich in einem anderen Supermarkt nur noch zwei kleine Gläser bekommen und musste sogar ein kleines Mädchen mit 20 Euro bestechen, damit sie kein Drama macht.“ Sie will sich gar nicht erst ausmalen was sie macht, sollte sie tatsächlich einige Tage ohne den Brotaufstrich auskommen müssen.

Auch Franz Peter (57) aus Berlin-Spandau hat sich eingedeckt. „Gestern bin ich sogar bis nach Potsdam gefahren um noch ein paar Gläser zu ergattern“, so der Industriemechaniker. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal in den Osten fahren muss um an meine Nutella zu kommen“, schüttelt er verständnislos den Kopf. „Ich befürchte schon, dass ich unter Umständen noch tiefer in den Osten muss, um in der tiefsten Provinz noch Nutella zu ergattern.“

Allerdings gibt es auch Kritik an der Preisgestaltung mancher Supermärkte. „Als die Meldung über den Stillstand in der Fabrik kam, hat der Supermarkt um die Ecke das 750-Gramm-Glas deutlich verteuert“, beklagt sich Andrea Witzigmann (27), „Anstatt wie früher 3,79 Euro musste ich vorhin ganze 5,99 Euro bezahlen. Das ist Wucher!“ Dennoch hat sich die Bürokauffrau die letzten drei Gläser gekauft. „Man weiß ja nie, wie lange der Produktionsstopp noch anhält…“

Die Preiserhöhungen werden auch von Ökonomen registriert. „Wir gehen davon aus, dass die Inflation im Februar in Deutschland alleine durch die Nutella-Krise um mindestens 0,4 Prozent anzieht“, so der Komsumökonom Hans-Peter Putzig zur fna. Sollten die Engpässe länger anhalten, könnte auch die März-Inflation „deutlich über den bisherigen Erwartungen liegen.“ Er empfiehlt der Bundesregierung ein Nutella-Notlager mit „mindestens zehn Millionen Kilogramm“ anzulegen, um künftig gegen solche Notfälle gewappnet zu sein. „Spätestens nach drei Wochen an Nutella-Unterversorgung bricht sonst das Chaos aus und die auf kaltem Entzug befindlichen Nutella-Konsumenten brennen dann den Reichstag nieder“, erklärte er weiter. „Das muss verhindert werden.“

Bild: Screenshot Youtube

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3 Comments

  1. Ich schätze, da muss mal wieder der Steuerzahler ran und mit „Krediten“ aushelfen, die niemals zurückgezahlt werden. Nutella ist schließlich systemrelevant.

    1. Im Gegensatz zu Banken ist Nutella Systemrelevant und das in vielen Teilen der Welt.

      1. Ich hab mal meine Frau gefragt. Sie war gerade auf der Suche nach Brandbeschleunigern und hat Deine Einschätzung entschieden bestätigt!

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