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Datenschutz: Grabsteine künftig nur noch mit Code statt Namen

Eine erfolgreiche Klage von Datenschützern führt nun dazu, dass auf Grabsteinen sämtliche persönliche Daten entfernt werden müssen. Künftig sollen nur noch Codes angebracht werden dürfen.

BERLIN (fna) – Auf Grabsteinen kann man allerhand persönliche Details finden. Neben dem Namen, dem Geburts- und Sterbedatum nicht selten auch persönliche familiäre Hinweise. Datenschützer sehen darin eine massive Verletzung von Persönlichkeitsrechten, die auch Toten zugestanden werden müssten. Nach einer Klage gab ihnen nun das Verwaltungsgericht Berlin recht.

„Wir sehen die Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Millionen von Menschen in ganz Deutschland“, so Datenschutzanwalt Peter Graffer zur Nachrichtenagentur fna. Jeder der auf einen Friedhof gehe, habe „unverschlüsselten Zugriff auf elementare persönliche Angaben.“ Deshalb hätten er und seine Partner einen Musterprozess angestrengt – und ihn schließlich gewonnen.

„Die Verwaltungsrichter haben eingesehen, dass dies nicht so weitergehen kann und darf“, so Graffer weiter, „deshalb dürfen auf Grabsteinen künftig keine Klarnamen und keine Geburts- und Sterbedaten mehr angebracht werden.“ Auch bei bestehenden Grabsteinen müssen die Friedhofsverwaltungen reagieren. „Bis zum Ende dieses Jahres müssen schon bestehende Grabsteine umgestaltet werden“, erklärt der Anwalt weiter, „eine entsprechende Anordnung wird bereits in den kommenden Tagen den Verwaltungen der Friedhöfe zugestellt.“

Auch Todesanzeigen in den Zeitungen und im Internet sind künftig nicht mehr erlaubt. „Bei den Todesanzeigen ist es ja noch schlimmer, da werden oftmals auch noch Fotos angefügt, sowie die komplette Familie namentlich angegeben“, zeigt sich Graffer sichtlich geschockt. Deshalb wird es laut dem Verwaltungsgericht Berlin künftig auch keine Todesanzeigen mehr geben.

Demnach sollen künftig Grabstätten und ggf. Todesanzeigen in der Zeitung bzw. im Internet nur noch neunstellige Codes wie „CF7519AAA“ (Initialen, Geburtsjahr, Sterbejahr, fortlaufende Buchstabenfolge) aufweisen dürfen. Wer genauere Daten zu den Verstorbenen wolle, müsse diese im zentralen Sterbearchiv anfordern. „Damit können die Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen endlich gewahrt werden“, so der Anwalt. Denn auch diese hätten ein Recht darauf.

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2 Kommentare

  1. Heike Heike 14. Juni 2019

    Ich habe gehört, dass auch Grabsteine mit QR-Codes angeboten werden. Wenn ich richtig verstanden habe, kann jeder mit dieser Code Zugang zu der personalisierten Seite des Verstorbenen haben. Ich bin nicht sicher, ob die Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen in diesem Fall auch gewahrt werden.

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