Mehr Geld: Beratungsfirmen wollen zur Bundestagswahl antreten

Mehr Geld: Beratungsfirmen wollen zur Bundestagswahl antreten

1,1 Milliarden Euro für Beraterverträge sind nicht genug: mehrere Beratungsfirmen wollen nun zur nächsten Bundestagswahl antreten und als Mehrheitsbeschaffer für jede mögliche Koalition dienen.

BERLIN (fna) – Mehr als 1,1 Milliarden Euro gibt die Bundesregierung jährlich für Beratungsfirmen aus. Eine ordentliche Summe, die jedoch diesen Unternehmen nicht genug ist. Deshalb wollen mehrere von ihnen nun auch zur Bundestagswahl antreten und sich „ganz neutral“ jeder möglichen Koalition als Mehrheitsbeschaffer anbiedern, wie ein Sprecher von McKinsey gegenüber der Nachrichtenagentur fna betonte.

„Schon jetzt üben wir einen sehr großen Einfluss auf die Regierungspolitik in Deutschland aus“, erklärte er, „doch als lupenreine Demokraten wollen wir natürlich auch im Bundestag selbst unseren Einfluss erhöhen und so das Beste für unsere Aktionäre und unsere Klienten herausholen.“ Deshalb haben sich rund ein Dutzend Beratungsfirmen unter der Führung von McKinsey zusammengeschlossen und treten als „Die Berater – Partei für Einfluss und Wohlstand“ (DB-PEW) bei der nächsten Bundestagswahl an.

„Unser Wahlprogramm wird lauten, jede mögliche Bundesregierung mit unseren Stimmen im Bundestag und natürlich auch mit unserer Expertise auf Regierungsebene voll und ganz zu unterstützen“, so der Sprecher weiter. „Ob erneut Schwarz-Rot, Jamaica, Bahamas oder Schwampel – hier geht es ums Business, nicht um Ideologie.“

Umfragen des Meinungsforschungsinstituts MindControl zeigen, dass die DB-PEW durchaus Chancen hat. „Das Wählerpotential liegt unseren Erhebungen zufolge bei rund 30 Prozent“, erklärt MindControl-Meinungsforscher Oskar Schippanski gegenüber der fna. „Die Menschen sagen sich, es sei ohnehin egal, wer in der Regierung sitzt, die Beratungsunternehmen entscheiden ja so oder so, in welche Richtung es geht.“ Deshalb könne man sie ja auch gleich selbst wählen.

Neben der eigentlichen politischen Arbeit im Bundestag und in der Bundesregierung komme dann ja auch eine Ausweitung der Beraterverträge hinzu. „Wir sehen ein Potential von bis zu fünf Milliarden Euro für unsere Beratertätigkeit“, sagte der McKinsey-Sprecher, dafür wolle man dazu beitragen, dem Staat einen Profit von mindestens zehn Milliarden Euro zu bringen. „Eine klassische Win-Win-Situation für uns, die Regierung und die Steuerzahler.“

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