Um Flüchtlinge besser in Deutschland zu integrieren, startet das BAMF eigene Kochkurse für Asylbewerber. Dort lernen sie deutsch zu kochen und das Essen zu mögen.

BERLIN (fna) – Wer sich in Deutschland zurechtfinden will, muss sich auch mit dem deutschen Essen abfinden. Liebe geht durch den Magen, sagt man, also soll die Liebe zu Deutschland bei den Flüchtlingen künftig durch das deutsche Essen kommen, so das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). „Wir wollen, dass die Geflüchteten ihre neue Heimat zu schätzen wissen, das geht aber nur, wenn sie sich auch mit der deutschen Essenskultur auseinandersetzen“, so ein BAMF-Sprecher zur Nachrichtenagentur fna.

Insgesamt sollen im Laufe des Jahres 200.000 Asylbewerber einen 360-stündigen Integrations-Kochkurs in deutscher Küche belegen. „Kartoffeln in allen Variationen statt Reis oder Hirsebrei, Schweineschnitzel statt Hammelbein oder Ziegeneintopf und Döner Kebab statt Falaffel oder Tabouleh – das ist unser Ziel“, erklärt der Sprecher weiter. „Die Geflüchteten werden zudem lernen, wie man Eisbein auf Sauerkraut kocht, wie man Spätzle und Maultaschen zubereitet, wie man eine korrekt zubereitete Blutwurst auf den Teller zaubert und wie ein ordentliches deutsches Frühstück aussieht.“

„Man muss unseren Goldstücken ja auch zeigen, wie vielfältig und reich die deutsche Küche ist, das wissen die oftmals gar nicht zu schätzen“, sagte der Sprecher. So habe man in den letzten Jahren in den Asylbewerberheimen immer wieder Proteste wegen des Essens mitbekommen. „Das tut natürlich weh, immerhin gibt es so viele Möglichkeiten, Kartoffeln zuzubereiten.“ Es gebe sie in vielen Variationen, wie als Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Knödel, Kartoffelpuffer, Bratkartoffel, Kroketten, Kartoffelpüree, Pommes frites oder Kartoffelchips.

Auch deutsche Traditionen wie das Frühschoppen am Sonntagmorgen nach einer durchzechnten Nacht gehören zum Kurs, genauso wie das obligatorische Feierabendbier und der Korn zum Bier. „Die Gefüchteten sollen ja auch den kulturellen Aspekt der kulinarischen Vielfalt in Deutschland verstehen“, betont er, „das ist sehr wichtig, um sich auch tatsächlich hier integrieren zu können.“ Das Osterlamm und der Weihnachtsbraten gehören ebenfalls dazu, wie die Tradition, Freitags kein Fleisch zu essen. „Das ist wie ein kleiner katholischer Ramadan.“

Für erfolgreiche Absolventen des Kochkurses will das BAMF auch Backkurse anbieten. „Wer die deutsche Küche zu schätzen weiß, wird auch Lust auf die deutsche Bäckerei bekommen“, zeigt sich der Sprecher zuversichtlich, „Ob Vollkornbrötchen, Nussschnecken, Berliner, Kuchen oder Torten – auch da gibt es viele Backwaren für die Gefüchteten zu entdecken.“

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1 Comment

  1. Da werden die Migranten aber _kochen_!

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