Eine Krankenschwester auf einer Geburtenstation in Shanghai hat in den letzten 18 Jahren insgesamt mehr als 5.000 Babies nach der Geburt vertauscht. Doch niemandem fiel das auf.

SHANGHAI (fna) – Tausende Eltern und deren Kinder in der chinesischen Großstadt Shanghai müssen sich einem Gentest unterziehen und so feststellen lassen, ob sie denn tatsächlich zueinander gehören. Der Grund dafür: Eine Krankenschwester auf der Geburtenstation des Wei Yu-Krankenhauses in Shanghai hatte in den letzten 18 Jahren während ihrer Dienstzeit mehr als 5.000 Babies vertauscht.

„Anfangs machte ich mir einen Spaß daraus um herauszufinden, ob die Eltern ihr eigenes Kind überhaupt erkennen können“, so die 40-Jährige Sei Mi zur Nachrichtenagentur fna, „doch dann wurde das irgendwie zur Gewohnheit.“ Immer wenn in ihrer Geburtenstation zwei Jungs oder zwei Mädchen innerhalb kurzer Zeit geboren wurden, tauschte sie sie so rasch wie möglich miteinander aus.

„Ich war selbst erstaunt, dass so lange Zeit niemand dahinter kam“, erklärte sie, „doch als dann selbst die Gesichtserkennungssoftware vom iPhone bei uns Chinesen versagte, da war mir klar, dass die Eltern eigentlich gar nichts dafür können, wenn sie ihren eigenen Nachwuchs nicht erkennen.“ Immerhin würde selbst sie manchmal ihre eigenen Verwandten nicht erkennen, „weil alle irgendwie gleich aussehen.“

Die selbst kinderlose Krankenschwester stellte sich selbst den Behörden, nachdem sie auf die Probleme der iPhones bei chinesischen Gesichtern gestoßen war und so realisierte, dass sie einen großen Fehler beging. Inzwischen ist sie freigestellt und wartet auf ihren Prozess.

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