Nachdem bereits die Grenzwerte bei Zigaretten schrittweise gesenkt wurden, geht es jetzt auch den alkoholischen Getränken an den Kragen. Sie werden schwächer und deutlich teurer.

BRÜSSEL (fna) – In Sachen Sucht- und Genussmittel geht es in der EU nun nicht mehr nur gegen Tabakprodukte, sondern auch gegen alkoholische Getränke. „Alkoholismus ist ein großes Problem in Europa“, so EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis zur Nachrichtenagentur fna, „wir sehen immer mehr Menschen mit Ischiasproblemen, auch hier in Brüssel.“ Deshalb habe man beschlossen, neue Grenzwerte für Alkohol in alkoholischen Getränken zu beschließen.

Bis zum 1. Juli haben sämtliche EU-Mitgliedsstaaten die neue EU-Verordnung in nationales Recht umzusetzen, in der beispielsweise für Bier ein Höchstwert von 2,5 Prozent Volumenalkohol festgeschrieben wird. „Regionale höherprozentige Biere wie zum Beispiel das Bockbier dürfen dann noch maximal 4,5 Prozent Volumenalkohol aufweisen“, erklärt der Kommissar. „Auch Wein darf mit 1. Juli nicht mehr mit mehr als 7,5 Prozent Volumenalkohol produziert werden.“

Auch bei destillierten Produkten wie Whiskey, Vodka, Gin, Schnaps, Rum oder Absinth gelten ab der zweiten Jahreshälfte neue Grenzwerte. „Spirituosen werden in Zukunft maximal 25 Volumenprozent Alkohol haben dürfen“, so Andriukaitis weiter, „das gilt sowohl für in der EU hergestellte Spirituosen, als auch für importierte.“ Mit Spirituosen hergestellte sogenannte Alkopops dürfen dann wie das Bier ebenfalls nur mehr 2,5 Prozent Alkohol enthalten, Liköre maximal 12,5 Volumenprozent.

Mit dieser Limitierung soll die Zahl der Alkoholtoten innerhalb der nächsten zehn Jahre um zwei Drittel sinken. Mit dazu beitragen soll demnach auch eine neue EU-Alkoholsteuer, die direkt an die Gemeinschaftskasse abgeführt werden muss. „Mit 1. Juli 2019 wird jeder in der Europäischen Union produzierte bzw. in die Europäische Union importierte Liter Alkohol mit einer Alkoholsteuer von 50 Euro belegt“, erklärt er weiter, „was bei einem halben Liter Bier dann einer Besteuerung von 1,25 Euro gleichkommt, eine Flasche Whiskey mit 0,7 Liter Inhalt würde dann mit 8,75 Euro besteuert.“ Abführen sollen die Steuer dann die Produzenten und Importeure.

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2 Comments

  1. Vorsicht! Alkohol und Steuer, das passt gar nicht gut zusammen.

  2. Alkohol am Steuer – ein Bombengeschäft für unsere Automobilindustrie. Mit den heutigen Knautschzonen überlebt der besoffene Fahrer, kauft ein neues Auto.

    Aber hier merkt doch jeder: das ist eine Zeitungsente. Wie will unser bis-es-kein-Zurück-mehr-gibt Junker sein Ischias behandeln?

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