Kiezdeutsch: Neues Schulfach in Berlin

Kiezdeutsch: Neues Schulfach in Berlin

In Berlin wird es im kommenden Jahr ein neues verpflichtendes Schulfach geben: Kiezdeutsch. Damit will man den multikulturellen Tatsachen in der Hauptstadt entgegenkommen.

BERLIN (fna) – Neben Deutsch, Englisch und Mathematik soll es ab dem kommenden Schuljahr in Berlin ein neues Hauptfach geben: Kiezdeutsch. Dies hat der Berliner Senat mit großer Mehrheit beschlossen. „Wir wollen den Realitäten in Berlin gerecht werden und den Bildungsplan entsprechend anpassen“, so die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Jeanine Lobke, zur Nachrichtenagentur fna.

Im Schulunterricht sollen die Schülerinnen und Schüler so auch die grammatikalischen Regeln der deutschen Sprachvarietät kennenlernen, genauso wie die dort integrierten Fremdwörter (z.B. „Lan“, „wallah“). Das hört sich dann beispielsweise so an: „Ey Lan, isch hab meiner Mutter so Zunge rausgestreckt, so aus Spaß. Wallah.“

„Wichtig ist, dass die Kinder schon von jungen Jahren an wissen, wie man das Kiezdeutsch richtig anwendet“, erklärt die Sprecherin weiter, „immerhin können wir davon ausgehen, dass diese Sprachvarietät bereits in wenigen Jahren auch Umgangssprache im Berliner Senat sein wird.“ Deshalb müsse man sich schon entsprechend darauf vorbereiten. Auch Abiturfach soll Kiezdeutsch künftig werden.

Berlin will so auch eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungspolitik übernehmen. Immerhin gebe es auch in Hamburg oder im Ruhrgebiet ähnliche sprachliche Sonderentwicklungen, auf die man seitens der Schulen eingehen müsse.

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