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Händler und VW-Vorstandschef Diess: „Wir sind kurz vor Krieg“

Die Volkswagen- und Audi-Händler fürchten um ihr Geschäft. Das Problem ist allerdings kein Konkurrent, sondern der eigene Hersteller.

Der VW-Konzern ziehe entgegen der Absprachen immer mehr Geschäft an sich und schade damit den eigenen Händlern, heißt es in einem Brief an den VW-Vorstandschef Herbert Diess, der dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)“ vorliegt. Er sei „in großer Sorge“, schreibt der Verbandsvorsitzende Dirk Weddigen von Knapp. „Wir sind kurz vor Krieg“, sagt ein Händler.

Erst im vergangenen Jahr haben Hersteller und Händler nach schwierigen Verhandlungen neue Verträge abgeschlossen. Mit den neuen Elektroautos soll 2020 ein neues Vertriebsmodell eingeführt werden. Dann wird VW Autos auch direkt verkaufen und über die Vernetzung der Wagen mit eigenen Online-Angeboten auch direkten Kontakt zu den Kunden haben.

„We act as one sieht anders aus.“

Für VW-Chef Diess ist das ein zentraler Teil seiner Strategie, um Internetkonzerne wie Google und Amazon auf Distanz zu halten. Für die Händler allerdings wäre das eine Bedrohung, denn sie sehen ihre Kontakte zu den Kunden bedroht. Nach hartem Kampf einigte man sich schließlich auf einen Vertrag, den selbst kritische Händler lobten. „Wir halten Ihren Weg für visionär, nachvollziehbar und mutig“, schreibt Weddigen von Knapp in seinem Brief an Diess.

Das ist allerdings nur die freundliche Anmoderation, der Rest besteht aus ungewöhnlich deutlicher Kritik. Vom Versprechen des gemeinsamen Handelns, zusammengefasst im Slogan „We act as one“, sei nichts mehr übrig, heißt es da: „We act as one sieht anders aus.“ Die Wurzel des Problems sind offenbar zahlreiche Personalwechsel im Vertriebsmanagement.

In Wolfsburg wird seit Monaten reihenweise Spitzenpersonal getauscht, und auch die Gesprächspartner der Händler sitzen inzwischen auf anderen Stühlen. Ihre Nachfolger wüssten nichts von Absprachen aus dem vergangenen Jahr und wollten davon auch nichts wissen, sagt ein Händler. „Wir müssen erfahren, dass sich immer weniger Vertreter des Konzerns an unsere Vereinbarungen halten“, heißt es in dem Brief.

Hinzu kommt offenbar wachsender Druck auf den Konzernvertrieb, der neben dem normalen Geschäft rasend schnell neue Systeme für die künftigen Elektroautos der ID-Serie aufsetzen muss.  Das Ergebnis seien zahlreiche Änderungen zulasten der Händler, heißt es in dem Brief.

Sixt ist der Erzfeind der VW-Händler

So stiegen Konzerntöchter in den Direktvertrieb von Gebrauchtwagen ein – an den selbstständigen Händlern vorbei. Besonders heftig reagieren diese auf die gerade angekündigte Zusammenarbeit von Audi mit Autovermieter Sixt im Carsharing. Sixt sei „unser Erzfeind“ schreiben die Händler – der Autovermieter ist mit jungen Gebrauchtwagen einer der größten Autoverkäufer im Land.

Nun biete ihm Audi nicht nur Vorteile, Sixt bekomme bei dem angepeilten Geschäftsmodell auch die Kundendaten – während der Konzern eigentlich ein eigenes „Ökosystem“ aufbauen wolle, um die Kunden mit allen Services in der VW-Welt zu halten. „Eine für uns nicht nachvollziehbare Strategie“, heißt es in dem Brief, aus dem der „RND“ zitiert.

Mit dem Brief habe sich der Frust über viele einzelne Punkte entladen, heißt es in Händlerkreisen. Während der Konzern mit der Einführung der E-Autos vor der größten Herausforderung seiner Geschichte stehe, sei das Verhältnis zwischen Hersteller und selbstständigen Vertriebspartnern so schlecht wie lange nicht.

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Ein Kommentar

  1. Joachim Joachim 2. Juni 2019

    Deren Probleme sind mir völlig egal, denn wer seine Kunden um viel Geld durch betrügerische Manipulationen bringt, was ja auch durch Urteile und staatsanwaltliche Untersuchungen bestätigt wird, dessen Laden betrete ich nie wieder und es ist völlig unverständlich, wie man solche genannten Gaunereien auch noch mit dem Kauf eines neuen Modells unterstützen kann, das grenzt doch schon an Masochismus und ist mit dem Verstand nicht mehr zu begründen.

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