Der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat Gedankenspielen über eine mögliche Fusion von SPD und Linkspartei eine klare Absage erteilt.

„Das ist ein schlechter und verspäteter Aprilscherz“, sagte Schäfer-Gümbel dem Berliner „Tagesspiegel“. „Von einem tot gerittenen Gaul kann man nur absteigen“. Mit Blick auf den früheren SPD- und späteren Linksparteichef Oskar Lafontaine sagte Schäfer-Gümbel: „Den will ich nicht zurück.“ Schäfer-Gümbel führt die Partei nach dem Rücktritt von Andrea Nahles kommissarisch zusammen mit Malu Dreyer und Manuela Schwesig.

Das „Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)“ hatte unter Berufung auf den langjährigen Lafontaine-Vertrauten Heinz Bierbaum berichtet, Lafontaine halte eine Fusion beider Parteien für notwendig. Lafontaine war 1999 vom Amt des Parteivorsitzenden und als Finanzminister zurück- und 2005 aus der SPD ausgetreten. Danach engagierte er sich in der WASG, die wenig später dann in der Linkspartei aufging, deren Vorsitzender er 2007 zusammen mit Lothar Bisky wurde.

Nicht aussichtsreich

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hält die Idee des Linken-Fraktionschefs im saarländischen Landtag, Oskar Lafontaine, für eine Fusion von SPD und Linke nicht für aussichtsreich. „Dass solche Überlegungen auf absehbare Zeit wenig Aussicht auf Erfolg haben, liegt nicht zuletzt an Oskar selbst“, sagte Stegner den „RND“.

Dies ändere „nichts daran, dass progressive Bündnisse diesseits der Union erstrebenswert“ seien. „Dafür müssen alle betroffenen Parteien ihre politischen Hausaufgaben machen. Das gilt in erster Linie für uns selbst, aber auch für Grüne und Linkspartei“, so der SPD-Vize weiter.

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