Nahles ist weg vom Fenster, Kramp-Karrenbauer wird ihr bald folgen. SPD und CDU sind ausgelaugt – die GroKo faktisch am Ende.

Der Rücktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles war ohnehin nur eine Frage der Zeit, jener von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ebenso. Sowohl die SPD als auch die CDU haben sich in all den GroKo-Jahren gegenseitig kaputt gemacht. Ein klares politisches Profil? Fehlanzeige.

Klar, die Union hält sich (zumindest derzeit) noch besser als die SPD, weil die AfD aufgrund der historischen Tatsachen eine schlechtere Ausgangsposition hat als die Grünen – doch wie lange noch? Will sie sich stärker konservativ profilieren, wird es mit den Sozialdemokraten krachen. Und: dann wird es auch kaum etwas mit Schwarz-Grün, was teile der Union als GroKo-Nachfolge anstreben. Gemäßigte Positionen schärfen zwar nicht das politische Profil, halten aber Koalitionsmöglichkeiten offen.

Die GroKo war von Anfang an eine politische Totgeburt – geboren aus Zwang. Mit dem Abgang von Nahles bei der SPD (und eine erwarteten stärker links orientierten Profilierung) wird es für die Union schwer, weiterzumachen. Und da der Kopf Kramp-Karrenbauers wohl auch bald „rollen“ wird, stellt sich die Frage: wird Merz ihr Nachfolger? Wenn ja, dann wird es für die SPD fast unmöglich, weiter mit der Union im Regierungsboot zu sitzen, welches ohnehin gerade am absaufen ist.

Faktisch ist die ohnehin schon marginalisierte „große Koalition“ ein Scherbenhaufen. Sozusagen eine Elendsverwaltung. Beide Seiten würden eigentlich gerne neu wählen lassen, haben aber Angst davor, noch stärker zu verlieren. Die SPD ist bereits hinter die Grünen gerutscht, die Union (zumindest einigen Umfragen zufolge) kurz davor. Kein Wunder, dass Kramp-Karrenbauer zwar zum Bilderberg-Treffen eingeladen war, dort jedoch schlussendlich nicht auftauchte. Gerade in der jüngsten Zeit hat es sich gezeigt, dass die Merkel-Nachfolgerin auf dem CDU-Chefsessel nur eine Interimslösung ist.

Man sollte sich in Deutschland dennoch auf vorgezogene Bundestagswahlen einstellen. In immer weiteren Teilen der Regierungsparteien scheint sich das Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ durchzusetzen. Was danach kommen wird, steht allerdings noch in den Sternen.

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