Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, verteidigt zu Beginn des Kirchentages die Entscheidung, die AfD nicht nach Dortmund einzuladen.

„Ich erwarte einen Klärungsprozess dazu, ob die AfD diese rechten Einstellungen als Teil ihrer Partei duldet oder sogar will, oder ob sie sich abgrenzt. Das steht noch aus“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ im Interview.

Ihm sei es aber wichtig, mit Menschen, die AfD wählen oder sich in der Partei engagieren, im Gespräch zu sein, sagte der bayrische Landesbischof. Dazu brauche es jedoch einen Grundkonsens. „In der AfD gibt es Menschen, die sich als konservativ verstehen aber auch solche, die rechtsradikale Auffassungen vertreten und damit in diametralem Gegensatz zu christlichen Grundüberzeugungen stehen“, erklärte Bedford-Strohm.

Man könne nicht Christ sein und gleichzeitig Grundüberzeugungen vertreten, „die ganze Menschengruppen diffamieren, antisemitische und rassistische Einstellungen vertreten und Angst verbreiten“. Konservative Positionen dürften nicht denen Deckung geben, die rechtsextreme Einstellungen vertreten.

Präsidiumsmitglied Göring-Eckhardt stösst ins gleiche Horn

Auch die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hat die Entscheidung der Veranstalter des am Mittwoch in Dortmund beginnenden Deutschen Evangelischen Kirchentages verteidigt, keine AfD-Vertreter einzuladen. „Ich halte es für richtig, die AfD nicht zum Kirchentag einzuladen“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

„Bei den letzten Kirchentagen war sie ja eingeladen in Person einer kirchenpolitischen Sprecherin. Das war zu dem Zeitpunkt auch richtig so.“ Doch mittlerweile sei diese Frau aus der AfD ausgetreten, und die Partei habe sich seitdem massiv radikalisiert. Göring-Eckardt sagte deshalb: „Der Kirchentag ist nicht dazu da, eine Plattform für rassistische Ideologie zu bieten. Deshalb können AfD-Mitglieder gerne kommen und singen, beten, diskutieren. Aber sie werden kein Podium für Hetze bekommen.“

Die Grünen-Politikerin leitete 2011 den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden als Präsidentin. Seit 2013 gehört sie dem Präsidium des Kirchentages an.

Vertreter der AfD wurden im Gegensatz zu Repräsentanten anderer Parteien in Dortmund nicht zu Podiumsdiskussionen eingeladen. Kirchentagspräsident Hans Leyendecker will damit nach eigenen Worten verhindern, „dass eine Veranstaltung des Kirchentages ein Podium für Propaganda für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie bietet“.

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1 Comment

  1. Die haben aber ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie, indem sie eine demokratisch gewählte Partei ausladen und mit dieser Handlung beweisen sie eigentlich ihren linken Unfehlbarkeitsanspruch, wo alle gegensätzlichen Meinungen sofort in die rechte Ecke gestellt werden und mit dieser Haltung ähneln sie sich doch sehr den roten und braunen Gesellen von damals, die haben auch alles sofort hinweggefegt, was im Wege stand und haben ihre Weltanschauung den anderen aufgezwungen und im übrigen auch unter Verleumdungen um ihre eigene Klientel anzuheizen, ähnliches findet nun heute wieder statt.

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