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„Fachkräftemangel“: Agentur für Arbeit soll Migranten beraten

Deutschland will in Zukunft aktiv um Fachkräfte aus Staaten außerhalb der Europäischen Union werben.

Interessierte Migranten sollen von einer neuen zentralen Stelle der Bundesagentur für Arbeit (BA) begleitet und beraten werden. „Die Servicestelle Anerkennung wird nach derzeitigem Stand eine Lotsenfunktion für Personen mit Einwanderungsabsicht zukommen“, heißt es in einer Vorlage für den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit, berichten die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.

Die Beratung der Anerkennungsinteressierten sowie die Begleitung während des Anerkennungsverfahrens“ gehöre dazu. Auch die Beratung von Arbeitgebern hinsichtlich des konkreten Antrags sowie der betroffenen VISA-Stellen und Ausländerbehörden, zähle man hinzu. Bisher seien diese Prozesse in Deutschland „sehr intransparent und divers“ ausgestaltet, heißt es in dem Dokument weiter.

Dabei seien die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern offenbar erheblich. Bei der Gewinnung mexikanischer Fachkräfte für die Altenpflege ist es laut der BA-Vorlage vorgekommen, dass Bremen ihnen von einem vierjährigen Studium nur 30 Prozent anerkannt habe, Hessen dagegen 90 Prozent.

Der Bundestag berät derzeit über das geplante Fachkräftezuwanderungsgesetz, das die Hürden für die Zuwanderung insbesondere nicht-akademischer Qualifizierter aus Staaten außerhalb Europas nach Deutschland senken soll. Möglicherweise gibt das Parlament bereits in der kommenden Woche grünes Licht für das Gesetz. Nach den Plänen der Bundesregierung kann die Bundesagentur für Arbeit mit ausländischen Partnerverwaltungen Vermittlungsabsprachen treffen.

„Über dieses vereinfachte Verfahren können dann Fachkräfte ohne vorherigen Nachweis der Gleichwertigkeit des ausländischen Abschlusses einreisen, um in Deutschland innerhalb von bis zu drei Jahren das Anerkennungsverfahren erfolgreich zu durchlaufen“, heißt es in der Vorlage für den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit. Unternehmen in Deutschland haben es zunehmend schwerer, offene Stellen zu besetzen. Das geht aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten.

Zwischen Mai 2018 und April 2019 habe es demnach im Schnitt 118 Tage gedauert, eine frei gewordene Stelle neu zu besetzen. Das seien elf Tage mehr als im gleichen Zeitraum zwölf Monate zuvor gewesen. Überdurchschnittlich lang sind die Vakanzzeiten etwa in Fertigungsberufen, im Baubereich, in den Gesundheitsberufen sowie im Sicherheitsgewerbe. Laut Bundesagentur besteht etwa bei Energietechnikern, in der Altenpflege sowie in der Klempnerei sowie bei Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnikern flächendeckend in allen Bundesländern Fachkräftemangel.

Anmerkung der Redaktion

Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass der Zuzug im Laufe der Flüchtlingskrise, genug Arbeitskräfte in das Land geschwemmt hat. Bestätigt ist, dass vor allem junge Männer Deutschland erreichten. Auch wenn die Ausbildung dieser Menschen nicht der Qualifikation entspricht, die vom deutschen Markt benötigt werde, so könnte man ohne weiters in Erwägung ziehen, diese Menschen anstatt an das Sozialsystem zu gewöhnen, zu den von den Betrieben bitter benötigten Facharbeitern auszubilden.

Das soll bedeuten, dass man vorhandenes Menschenpotential ausschöpfen sollte, bevor man bereits an Arbeitsmigration denkt. Hierbei muss man vor allem noch beachten, dass es in den Herkunftsländern negative Folgen haben könnte, wenn Fachkräfte abgezogen werden. Das bezeichnet man in Fachkreisen als „Brain Drain“.

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Ein Kommentar

  1. Reiner Tiroch Reiner Tiroch 18. Juni 2019

    Fachkräftemangel? Migranten beraten weil es da Millionen davon gibt?

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