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Flughafenverband sieht „angespannte“ Lage im Flugbetrieb

Der Präsident des Flughafenverbands ADV, Stefan Schulte, sieht auch in diesem Sommer Probleme im Luftverkehr.

Die Lage bleibe angespannt, sagte Schulte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Flugsicherung brauche noch mehr Fluglotsen und mehr Flugstraßen, erklärte der Chef des Frankfurter Flughafens. „Aber hier sind auch politische Entscheidungen auf europäischer Ebene gefordert“, so Schulte.

Er zeigte sich mit Blick auf die Oster-Reisewelle „eigentlich zuversichtlich, dass dieser Sommer besser läuft“. Es seien mehrere Maßnahmen ergriffen worden: „Airlines haben beispielsweise Flugpläne entzerrt und mehr Flugzeugpersonal eingestellt. Die Pünktlichkeitswerte sind im Vorjahresvergleich schon besser und die Flugausfälle weniger geworden.“

In der vor der Europawahl angestoßenen Debatte um ein Verbot von Kurzstreckenflügen warnte Schulte vor einer Überforderung der Bahn: „Eine Forderung, innerdeutsche Flüge generell durch die Bahn zu ersetzen, taugt für die Praxis übrigens nicht.“ Laut ADV-Präsident könnte die Bahn „aktuell gar nicht all die Passagiere aufnehmen“. Zuallererst müsste seiner Meinung nach das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn massiv ausgebaut werden.

„Das dauert viele Jahre.“ Der ökologische Fußabdruck – wie Flächenverbrauch, Lärm und Ressourcenverbrauch – eines Flughafens sei gleichzeitig viel besser als der der Bahnschiene. „Generell gilt: Ordnungspolitische Verbote sind immer der falsche Weg. Der Markt reguliert sich besser über Anreize“, erklärte Schulte.

Drohnenvorfälle bleiben folgenlos

Stefan Schulte fordert mehr Anstrengungen bei der Aufklärung von Drohnen-Vorfällen an deutschen Flughäfen. „Die Täter hinter den jüngsten Vorfällen in Frankfurt und München hat man nicht gefunden“, sagte Schulte den Zeitungen den Funke-Zeitungen. „Die Flughäfen nehmen die Vorfälle sehr ernst. Die Flughäfen fordern seit Jahren eine Registrierungs- und Transponderpflicht für Drohnen, mit welcher Technik auch immer“, sagte der Vorstandschef des Frankfurter Flughafens weiter.

Es müsse sich jetzt etwas tun. Der ADV-Präsident zeigte sich über die jüngsten Vorfälle alarmiert: „Es handelt sich um gefährliche Eingriffe in den Luftverkehr. Das sind Straftaten, die verfolgt werden müssen. Es kann doch nicht wahr sein, dass Drohnen einfach in den Luftverkehr eindringen können, ohne dass es Konsequenzen gibt.“ Die Drohnen müssten laut Schulte ein Signal senden, „damit man sie identifizieren kann. Und sie müssen registriert werden, damit man ihre Besitzer finden kann“.

Er forderte auch, die Zuständigkeiten in einer solchen Situation klar zu regeln: „Wer ist für die Erkennung der Drohnen verantwortlich? Da sehe ich die Flugsicherung in der Pflicht, nicht die Flughäfen, das ist derzeit in der Diskussion. Die Abwehr ist am Ende Aufgabe der Bundes- oder Landespolizei.“

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