Die kommissarische SPD-Chefin Manuela Schwesig rechnet mit vielen Kandidaten für den Parteivorsitz.

„Ich bin sehr sicher, dass sich am Ende viel mehr finden, die ein Interesse daran haben“, sagte sie am Montagabend dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.  Schwesig fügte hinzu, sie bedaure es, dass der SPD-Vorsitz zurzeit wie etwas wirke, das keiner wolle. „Das ist nicht etwas, was es bei Rudis Resterampe gibt“, sagte sie. Die SPD sei „die älteste, stolzeste Partei mit einer unglaublichen Geschichte“.

Schwesig, die eine eigene Kandidatur als Parteichefin unter Verweis auf ihre Aufgaben als Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern ablehnt, sagte: „Deswegen darf jede und jeder, der diese Partei führen darf, sehr stolz sein. Das ist eine große Ehre.“ Die kommissarische Parteichefin sagte, sie sei „offen für eine Doppelspitze“ und befürworte eine starke Beteiligung der Mitglieder bei der Suche nach der neuen Führung.

Schwesig stimmt Gauck nicht zu

Manuela Schwesig hat der Forderung von Altbundespräsident Joachim Gauck nach einer „erweiterten Toleranz in Richtung rechts“ eine Absage erteilt. Gegenüber dem „RND“ antwortete Schwesig am Montagabend auf die Frage, ob Gauck mit seiner Forderung Recht habe: „Nein, ich glaube nicht. Ein großer Teil der Bürgerinnen und Bürger denkt und wählt anders als die Anhänger der AfD“, so Schwesig.

„Diesen Menschen ist wichtig, dass die Werte, die dieses Land ausmacht, gegen diejenigen verteidigt werden, die sie in Frage stellen“, so die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns weiter. „Da muss man sich auch als Politiker entscheiden, auf wessen Seite man steht“, fügte Schwesig hinzu.

Frauen werden in der Politik benachteiligt

Die kommissarische SPD-Vorsitzende Schwesig beklagt eine strukturelle Benachteiligung von Frauen in der Politik. „Es ist auch heute noch ein Riesenunterschied, ob eine Frau sich für eine Sache einsetzt oder ein Mann“, sagte Schwesig.

„Wenn sich zwei Männer um etwas streiten, dann heißt es, sie kämpfen um eine gute Sache. Bei Frauen heißt es gleich: Zickenkrieg“, so Schwesig weiter. „Dieses Schubladendenken ist immer noch da – und es wird medial transportiert“, kritisierte die SPD-Politikerin. Auch die Medien müssten sich kritisch mit ihrer Rolle in dieser Frage auseinander setzen, verlangte Schwesig.

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