Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat bestätigt, dass der Verdächtige im Mordfall Lübcke, Stephan E., ein Geständnis abgelegt hat.

„Wir gaben gerade den Innenausschuss über den derzeitigen Stand der Ermittlungen und die Hintergründe informiert und bei dieser Gelegenheit auch mitgeteilt, dass der mutmaßliche Täter jetzt ein Geständnis abgelegt hat“, sagte Seehofer am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz in Berlin. „Wir sind froh, dass dieser schnelle Erfolg stattgefunden hat“, fügte er hinzu.

Sein Dank gelte den Sicherheitsbehörden, die den Erfolg erst möglich gemacht hätten. Die Aufklärung des Falles sei mit dem Geständnis allerdings nicht abgeschlossen. „Wir werden intensiv weiterarbeiten, ob es Mitwisser gab oder sogar Mittäter“, kündigte der CSU-Politiker an.

Außerdem werde man aufklären, in welchem Umfeld der Täter sich zuletzt bewegt habe. „Ich glaube, das sind wir der Öffentlichkeit auch schuldig“, sagte Seehofer. Der Täter selbst habe in Vernehmungen angegeben, alleine gehandelt zu haben, sagte der Innenminister weiter.

Maas reicht das Geständnis nicht

„Mit einem Geständnis darf die Aufklärung nicht enden. Der Fall und die Hintergründe müssen lückenlos aufgeklärt werden“, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“. In einem Brief an die Bundestagsabgeordneten schrieb Maas, der Mord an Walter Lübcke mache fassungslos. „Fassungslos sind auch viele, viele Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche, die täglich Anfeindungen, Drohungen und teils auch Gewalt ausgesetzt sind.“

Vor diesem Hintergrund rief der Außenminister und frühere Justizminister Parteien, Gewerkschaften, Verbände und Medien auf, am Donnerstag im Internet auf allen Social-Media-Kanälen ein Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. Dass Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche vor Ort einer Welle von Bedrohung und Gewalt ausgesetzt seien, sei erschreckend. „Sie sind das Herz unserer Demokratie. Angriffe auf sie sind Angriffe auf uns alle“, sagte Maas den Funke-Zeitungen.

Kommunalpolitiker seien für alle anderen Bürger da: „Es wird Zeit, dass wir für sie da sind. Deswegen rufe ich parteiübergreifend zum ‚Donnerstag der Demokratie‘ auf.“ Am Donnerstag sollten Alltagshelden, vom Sozialarbeiter bis zum Bürgermeister, im Netz positiv im Rampenlicht stehen.

„Alle sind eingeladen, unter donnerstagderdemokratie die Geschichten unserer Alltagsheldinnen zu erzählen und aus ihrer Sicht zu beschreiben, warum sie so wichtig sind für unsere Demokratie“, sagte Maas. Er selbst werde am Donnerstag über seine Social-Media-Kanäle Namen und Geschichten besonderer Menschen posten. .“

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