Nach den anonymen Morddrohungen gegen Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, fordert der versierte Personenschützer Stefan Bisanz deutlich höhere Schutzmaßnahmen für Kommunalpolitiker.

Im „Kölner Stadt-Anzeiger“ plädiert Deutschlands einziger amtlich bestellter Sachverständiger für Personenschutz und Inhaber einer großen Firma für Sicherheitsberatung für „Bürgermeisterbetreuer“ – Sicherheitsberater, die sich dauerhaft um jeweils 30 bis 50 Amtsträger kümmern und ihnen grundlegende Dinge nahe bringen sollten, mit denen sie selbst für ein Stück Sicherheit sorgen könnten.

„Bürgermeister und Landräte gestalten und vertreten unseren Staat, viele machen das im Ehrenamt oder für wenig Geld – und wir kümmern uns nicht um sie?“, sagte Bisanz. Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, mutmaßlich aus rechtextremistischen Motiven begangen, sowie die vorangegangenen Angriffe von Rechtsextremisten auf Politiker seien „die Spitze“.

Ähnliche Übergriffe gebe es aber schon seit Jahren. „Und jetzt erst überlegen wir, was wir dagegen tun sollen? Das ist fahrlässig, ich finde das schlimm.“ Man könne nicht jedem Bürgermeister rund um die Uhr Bodyguards zur Seite stellen, räumte Bisanz ein. Für die Kölner Oberbürgermeisterin aber hält er sie in der jetzigen Situation für unerlässlich, zumindest bei öffentlichen Auftritten. „Vor allem bei ihrer Geschichte. Sie war ja schon Opfer eines rechtsterroristischen Angriffs.“

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