Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber hat scharfe Kritik am möglichen Personalpaket für die künftigen Spitzenposten in der Europäischen Union geübt.

„Wenn die Staats- und Regierungschefs nicht in der Lage sind, die Personalien zu lösen, dann sollte das Parlament das Heft des Handelns an sich reißen“, sagte Ferber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Ich weiß nicht, warum ich fünf Monate für Manfred Weber Wahlkampf gemacht habe und jetzt Frans Timmermans wählen muss.“

Ferber sagte, Timmermans habe bisher nicht bewiesen, dass er im Europäischen Parlament über eine Mehrheit verfüge: „Deshalb wäre eine Entscheidung des Europäischen Rats nur schwer nachvollziehbar.“

Der CSU-Politiker kritisierte auch eine mögliche Gipfel-Festlegung auf Manfred Weber als künftigen Präsidenten des Europäischen Parlaments: „Ein Europäisches Parlament, das sich gefallen lässt, dass über seinen Präsidenten von den Staats- und Regierungschefs entschieden wird, schwächt sich selbst.“

Zuvor ist bekannt geworden, dass der ehemalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz den Deal rund um Frans Timmermans eingefädelt haben soll, wonach dieser nun EU-Kommissionspräsident werden soll und Manfred Weber stattdessen EU-Parlamentspräsident. Timmermans ist der Chef der Europäischen Sozialdemokraten, sie stellen sie zweitgrößte Fraktion im EU-Parlament.

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